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Montag, 21.05.2012
Wo Albinismus die Regel ist
Höhlenbewohner brauchen kein Melanin

Bei einigen Tierarten ist Albinismus nicht die Ausnahme, sondern eine Eigenschaft, die alle Individuen der Art gemein haben. So genannte Troglobiten, Tiere, die ausschließlich in Höhlen leben, haben die Fähigkeit, Melanin zu bilden gänzlich verloren, weil sie es einfach nicht brauchen – Höhlenkäfer oder –spinnen beispielsweise aber auch Fische, die in unterirdischen Gewässern zu Hause sind.

Blinder, pigmentloser Höhlenkrebs 
Blinder, pigmentloser Höhlenkrebs
© www.watersheds.org
Höhlenkrebse haben sich so an das Leben ohne Licht angepasst, dass sie keine Augen mehr haben und die Melaninproduktion genetisch dauerhaft ausgeschaltet ist. Der Vorteil für die Höhlenbewohner: Sie sparen Energie, Zellmaterial und Stoffwechselressourcen, da sie mit den Augen sowieso nichts sehen würden und in der Höhle keine Gefahr besteht, UV-Licht ausgesetzt zu werden. Ans Tageslicht gebracht würden Höhlenkrebse nicht überleben. In ihrer natürlichen Umgebung dagegen können die blassen Tiere bis zu 75 Jahre alt werden.

 Grottenolme
Grottenolme
© GNU FDL
Der Grottenolm dagegen, ein Schwanzlurch, der ausschließlich in den Karsthöhlen von Istrien, Kroatien und Slowenien lebt, hat die Fähigkeit, Pigment zu bilden nicht gänzlich verloren. Das urtümliche Wesen hat verkümmerte Extremitäten, Außenkiemen und degenerierte Augen, die unter der Haut verborgen sind.

Normalerweise ist der Grottenolm fleischfarben und wird deshalb auch „Menschenfisch“ genannt. Wird er dem Tageslicht ausgesetzt, verdunkelt sich seine Haut zu Braun- und Violettönen. In der Dunkelheit verliert der Grottenolm die Farbe wieder. Wissenschaftler vermuten, dass diese Fähigkeit als eine Art Relikt aus einer früheren Evolutionsphase erhalten geblieben ist.

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