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Freitag, 10.02.2012
Diamanten in Hülle und Fülle
Die Namib als El Dorado für Edelsteinsucher

Tatort Oranjemund in Namibia an der Grenze zu Südafrika. Die ganze Stadt wirkt hier wie der Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses. Ungeprüft und ohne ausdrückliche Erlaubnis kommt hier keiner rein oder raus. Es sind aber keine Sträflinge, die derart abgeschottet werden, sondern rund 10.000 Einwohner, deren berufliches Betätigungsfeld sich fast ausschließlich um Diamanten dreht.

Schon seit 1908 weiß man, dass es hier im Südwesten des schwarzen Kontinents Diamanten in Hülle und Fülle gibt und begann sie auszubeuten. Die Küstenregion an der Mündung des Oranjeflusses und weiter nördlich entlang der Namib bis nach Lüderitz wurde schließlich sogar zum Sperrgebiet erklärt.

Anders als in den primären Lagern in Südafrika und Botswana, wo die Diamanten direkt im Kimberlit der Vulkanschlote sitzen, sind sie in Namibia tief unter dem Wüstensand oder in den Sedimenten der Küstengewässer versteckt.

Es handelt sich dabei um Edelsteine, die eigentlich aus den diamantenreichen Regionen Südafrikas stammen und im Laufe der Jahrmillionen mithilfe von Flüssen wie dem Oranje River abgelagert worden sind. Erosion und Verwitterung haben im Verlauf der Erdgeschichte dafür gesorgt, dass die uralten Vulkankegel und Schlote im heutigen Südafrika mit der Zeit abgetragen wurden und die diamanthaltigen Abbauprodukte in die Flussbetten gelangten.

Abbau der Diamanten 
Abbau der Diamanten
© De Beers Consolidated
Um diese so genannten Sekundärlager auszubeuten, haben sich die Bergbauexperten und Explorationsgesellschaften einiges einfallen lassen. Mit gewaltigen Schutzwällen werden potentielle Diamantendepots vor der Brandung abgeschirmt. Im Schatten dieser Bauwerke arbeiten riesige Bagger daran, den Sand und die Sedimente abzutragen, um an die diamanthaltigen Schichten heranzukommen. Die Diamanten selbst werden anschließend in Oranjemund oder anderswo aus dem angelieferten Material herausgefiltert.

Trotz des Hightechs ist hier aber auch Handarbeit bei der Diamantensuche durchaus noch gefragt. Nach dem Abzug der Maschinen schwärmen zahlreiche Arbeiter aus, um die bereits abgeräumten Gebiete noch einmal direkt in Augenschein zu nehmen. In Löchern oder Felsritzen werden diese "menschlichen Ameisen" immer wieder fündig und bringen so oft die wertvollsten Rohdiamanten zurück.

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