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Freitag, 10.02.2012
Diamanten = De Beers
Der Siegeszug einer Company

Doch Rhodes war mit seinem Diamantenimperium immer noch nicht zufrieden und gründete in den 1880er Jahren ein Syndikat, das die Preise auf dem Weltmarkt kontrollierte und steuerte. Am ehemaligen Colesberg Koppje jedoch wuchs ein Loch in die Tiefe, das bis zum Einstellen der Arbeiten im Jahr 1914 einen Durchmesser von 500 Metern und eine Tiefe von 800 Metern erreichte. Sagenhafte 14,5 Millionen Karat Diamanten hatte die ehemalige "Open Pit" dabei innerhalb von knapp 40 Jahren geliefert. Die Einheit Karat beruht auf einem natürlichen Maß, dem Samen des Johannisbrotbaumes, gegen den früher Diamanten aufgewogen wurden und entspricht ungefähr 0,2 Gramm.

Doch nicht nur in Kimberley war man in Sachen Diamanten fündig geworden. Schon bald überzog ein ganzes Netz an Diamantenminen das heutige Südafrika. 1905 entdeckten Schürfer dabei beispielsweise rund 40 Kilometer östlich der Stadt Pretoria den bisher größten Einzeldiamanten aller Zeiten. Der Megaedelstein Cullinan hatte ein Gewicht von mehr als 3.100 Karat und wurde dem damaligen englischen König Edward zu seinem 66. Geburtstag überreicht. In 105 Einzelsteine zerschnitten und prachtvoll geschliffen ist er mittlerweile im Besitz von Queen Elisabeth II.

De Beers Aufstieg ist nicht aufzuhalten
Den weiteren Aufstieg von De Beers zum weltweiten Marktführer, der heute bis zu 70 Prozent des Handels mit Diamanten kontrolliert, hat der Firmengründer Cecil Rhodes jedoch nicht mehr miterlebt. Er starb im Alter von 48 Jahren bereits 1902.

Nach den Wirren des ersten Weltkriegs, war es Ernest Oppenheimer, der die Geschicke von De Beers übernahm und 1929 die noch heute existierende De Beers Consolidated Mining gründete. Der Firmensitz ist mittlerweile längst nicht mehr in Südafrika sondern in London. Die "Enkel" des ersten Vorstandsvorsitzenden Ernest Oppenheimer kontrollieren aber noch immer die Politik im Hause De Beers.

Emporkömmlinge in der Diamantenwelt...
Südafrika gehört zwar nach wie vor zu den diamantenreichsten Regionen der Erde, längst haben ihm jedoch Länder wie Russland, Angola oder Botswana beim Export den Rang abgelaufen.

Die Strategie beim Diamantenabbau hat sich gegenüber der Pionierzeit kaum verändert, nur das mittlerweile Hightech eingezogen ist und einen Teil der lange Zeit unmenschlichen Arbeitsbedingungen revolutioniert hat. Noch immer freilich werden die diamanthaltigen Kimberlitschichten der uralten Schlote zunächst im Tagebau abgebaut. Parallel dazu treibt man in der Nähe der Pipes senkrechte Schächte in den Boden und bohrt die diamanthaltigen Schlote dann mithilfe von horizontalen Stollen an, um an das Kimberlit zu kommen.

Doch selbst modernes Gerät ändert nichts daran, dass die Diamantensuche bis heute ein mühsames Geschäft geblieben ist. In fünf oder mehr Tonnen Gestein steckt häufig nicht mehr als ein Karat Diamant. Weltweit sind seit Beginn des Diamantenbooms insgesamt rund 270 Tonnen Diamanten aus dem Boden geholt worden. Das entspricht rund 1.350.000.000 Karat.

Zum wichtigsten Lieferanten für Rohdiamenten hat sich in den letzten Jahren das bevölkerungsarme Land Botswana entwickelt. Nach Angaben des Diamanten-Multis De Beers wurde dort in den Jahren 2001 und 2002 jeweils ein knappes Drittel der Weltproduktion an Diamanten aus dem Boden geholt. Dies entspricht rund 25 Millionen Karat im Wert von mehr als 2,4 Milliarden US-Dollar. Hauptabnehmer für die teuren Klunker ist - wie könnte es anders sein - De Beers, die normalerweise die gesamte "Jahresernte" von 5.000 Kilogramm einheimsen.

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