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Freitag, 10.02.2012
Von Glitzersteinen und Blutdiamanten
Boom-Branche im Zwielicht?

Diamantenkette 
Diamantenkette
© De Beers Consolidated
Tränen der Götter, Sternensplitter, die vom Himmel fielen, blitzendes Feuerwerk aus den Tiefen der Erde - im Laufe der schon rund 4.000 Jahre andauernden Geschichte der Diamanten haben die Menschen immer wieder neue Superlative gefunden, um ihrer Faszination für die seltenen und damit wertvollen Edelsteine Ausdruck zu verleihen.

Dabei begann die Erfolgsgeschichte der Diamanten eher zufällig in der Golconda-Region in Südostindien nahe der heutigen Millionenstadt Haiderabad. In den Flussbetten stießen die Bewohner um 2000 v. Chr. erstmals auf die merkwürdig schimmernden Steine. Die Rohdiamanten stammten eigentlich aus mehr oder weniger weit entfernten Lagerstätten, waren aber durch Erosion in die Flüsse und bis nach Golconda gelangt.

Hier in diesem Gebiet soll man damals auch den angeblich ältesten bekannten Diamanten gefunden haben, den Koh-i-Noor oder Berg des Lichts. Er hatte ein Gewicht von 37,2 Gramm und wurde den Überlieferungen zufolge als Schmuckstück für den Thron eines indischen Fürsten verwendet. Da damals das Schleiferhandwerk noch nicht bekannt war, versprühte er jedoch nur einen Bruchteil der Faszination der modernen Diamanten. Heute - nach einigen Nachbearbeitungen - gehört der Koh-i-Noor der englischen Queen und bereichert, wie so viele andere berühmte Edelsteine auch, die britischen Kronjuwelen.

Indien blieb zunächst die einzige Quelle für Diamanten, die meist über persische Kaufleute und europäische Handelsreisende wie den Belgier Jean Baptiste Tavernier auch nach Europa gelangten. Erst im 18. Jahrhundert wurden auch in Brasilien größere Diamantenvorkommen entdeckt. Für den richtigen "Hype" in Sachen Diamanten sorgten schließlich die sensationellen Funde in Südafrika ab 1866. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Branche, die mittlerweile systematisch und mit HighTech ausgerüstet auf die Suche nach neuen Lagerstätten geht und diese dann gezielt plündert.

Erstaunliche 8,1 Milliarden US-Dollar wurden allein im Jahr 2001 nach den Angaben des Diamanten-Multis De Beers, der rund zwei Drittel des weltweiten Handels mit den Edelsteinen kontrolliert, in der Branche umgesetzt. Die Diamanten kommen heute vor allem aus Botswana, Russland und Angola, erst dann folgt die jahrzehntelange Diamanten-Supermacht Südafrika sowie Kanada, Namibia und die Demokratische Republik Kongo. Die vier führenden Nationen sorgen dabei allein für mehr als 70 Prozent des geschätzten Weltproduktion und haben sich zu Global Playern in der Branche entwickelt. Die wichtigsten Diamantenbörsen befinden sich heute in Antwerpen (Belgien), hier werden rund 80 Prozent aller Verkäufe abgewickelt, und in New York.

"Diamonds are a girls best friend." Auch wenn dieses Motto aus dem Kultsong von Marilyn Monroe noch immer gilt, zieren Diamanten längst nicht mehr nur den Hals oder das Dekollete von VIPs und Superreichen. Ob als Schneidewerkzeug für moderne Hochpräzisionsskalpelle oder als Bauteil von Bohrgeräten, die sich durch ultrahartes Gestein fräsen: Diamanten werden mittlerweile auch in vielen Bereichen der Industrie eingesetzt.

So beliebt Diamanten als Schmuckstück und Werkstoff auch sind, die lange Zeit so strahlend weiße Weste der hochkarätigen Glitzersteine hat mittlerweile einige schwarze Flecken bekommen. Kinderarbeit, Gesundheitsschäden bei den Schleifern durch Diamantenstaub und chemische Mittel, aber auch so genannte Blutdiamanten, die zur Finanzierung von Bürgerkriegen verwendet werden, stören heute das einst so makellose Image der Branche.

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