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Freitag, 10.02.2012
Für die Zukunft seh ich blau...
Diamanten aus dem Meer

Edelsteinsuche im Meer 
Edelsteinsuche im Meer
© De Beers Consolidated
Doch nicht nur an Land wird in Namibia nach Diamanten gesucht. Spezialschiffe tummeln sich seit einigen Jahren auch vor den Küsten des Landes und suchen in den Brandungszonen des Atlantiks bis in rund 200 Meter Wassertiefe nach Edelsteinen.

Mit ausgeklügeltem Spezialgerät saugen sie große Mengen an Sand vom Meeresboden ab und machen dabei "fette" Beute. Rund 900.000 Karat Diamanten haben diese marinen Lagerstätten Namibia allein 1998 eingebracht - Tendenz stark steigend. Geologen schätzen, dass in den ausbeutbaren Hoheitsgewässern des Landes insgesamt zwischen einer und drei Milliarden Karat Diamanten auf ihre Entdeckung warten.

Die aus Namibia und anderen sekundären Lagern stammenden Diamanten zählen zu den wertvollsten auf der ganzen Welt. Die natürliche Auslese während des Transports - schwache, verunreinigte und kleine Kristalle bleiben dabei auf der Strecke - hat sie weitgehend von lästigem, wertlosem Gestein befreit und so können fast 95 Prozent der gefundenen Rohdiamanten später zu Schmuckstücken weiter verarbeitet werden. Zum Vergleich: die Ausbeute in primären Lagerstätten liegt normalerweise gerade mal zwischen 25 und 50 Prozent.

Während früher die meisten Diamanten aus sekundären Lagerstätten stammten, ist der Prozentsatz in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Heute kommen vier von fünf Diamanten aus primären Depots.

Diamant ist nicht gleich Diamant
Längst haben die natürlich vorkommenden Diamanten ihre Exklusivität verloren. Forscher haben mittlerweile Möglichkeiten gefunden, Diamanten auch auf synthetischem Weg herzustellen. Pioniere auf diesem Gebiet waren die Techniker des U.S.-amerikanischen Elektrokonzerns General Electric, denen es bereits in den 1950er Jahren gelang, erste Prototypen unter extremen Druck- und Temperaturbedingungen zu produzieren.

Von hier zum neuesten Verfahren, das Wissenschaftler von der University of Science and Technology of China entwickelt haben, war es dann jedoch noch ein weiter Weg. Anders als bei den herkömmlichen Verfahren dient den Chinesen als Grundstoff nicht Graphit, sondern Magnesiumcarbonat und Natrium. In einer komplizierten Reaktionsfolge entstehen daraus am Ende Graphit und Diamanten. Der Clou an der Sache: beim chinesischen Verfahren reichen zur Synthese Temperaturen von gerade mal 500 °C.

Eine Konkurrenz für die "echten" Diamanten sind die künstlichen allerdings nicht. Aufgrund der geringen Größe sind sie für das Schmuckhandwerk uninteressant und werden in erster Linie in der Industrie eingesetzt.

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