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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Palau ist die westlichste Inselgruppe im Pazifik. Der Archipel liegt etwa 1.500 Kilometer östlich der Philippinen und nördlich von Papua Neuguinea. Die Landfläche von knapp 485 Quadratkilometern verteilt sich auf über 350 Inseln hauptsächlich innerhalb eines ovalen Barriereriffs.


  • Die Inseln sind genauso wie Atolle vulkanischen Ursprungs. Über der Plattengrenze im Westpazifik bilden sich Vulkane im Meer, von denen einige über den Meeresspiegel hinaus wachsen und oft kreisrunde Inseln erschaffen. Erlischt der Vulkan siedeln sich Korallen an den Hängen nahe der Wasseroberfläche als Saumriff an. Nachdem der Vulkan sich abgesenkt hat, bleiben oft nur noch einzelne vulkanische Brocken an der Oberfläche und aus dem Saumriff hat sich ein Barriereriff gebildet.


  • Die Artenvielfalt von Palau zählt zu den höchsten der Erde. Viele unterschiedliche Ökosysteme bieten Nischen, in denen ungewöhnliche Arten überleben können. Die Artenvielfalt ist nur denkbar durch das Zusammenspiel verschiedenster Naturräume: Tropischer Regenwald, Mangrovenwälder, Salzwasserseen, der größte Süßwassersee Mikronesiens und eine endlose Unterwasserwelt. li>

  • Die Isolationslage der Insel ist Gefahr und Schutz zugleich. Die Reise vom Festland nach Palau ist für die Arten sehr beschwerlich: Sie fliegen, schwimmen, treiben auf Baumstämmen oder haben eine Mitflieggelegenheit. Versteckt unter den Federn oder im Darm der Vögel schmuggeln sich auch Einzeller, Bakterien und Pflanzensamen auf die Insel.


  • Die Tierarten auf Inseln sind aber auch besonders gefährdet, da sie durch ihre geringen Bevölkerungszahlen extrem anfällig für natürliche Gefahren und Invasoren aus fremden Ländern sind. Ein Bevölkerungsrückgang oder ein Massensterben durch Sturm, Feuer oder Krankheit kann schnell zu einem so kleinen Bestand führen, dass Inzucht zu Missbildung und Unfruchtbarkeit führen.


  • Die Mastigias Medusae zählen zu den berühmtesten Bewohnern Palaus. Die endemischen Quallen bewohnen einen Salzwassersee, indem sie ohne natürliche Feinde ihre Fähigkeit verloren haben ihre Gegner mit Nesselgift zu vergiften. Ähnlich wie bei Korallen lebt die Qualle mit einer Algenart in Symbiose. Durch Photosynthese kann die Alge besser wachsen je heller die Lichtverhältnisse sind – also trägt die Qualle ihren „Anbau“ der Sonne hinterher, damit diese als Nahrungsquelle nachher umso reichhaltiger ist.


  • Die Mangrovenwälder sind ein sehr selten gewordenes Ökosystem. Neben den senkrechten Verankerungen im Erdreich haben sie Wurzeln als Querverstrebungen und Stützbalken entwickelt, die dem Stamm im weichen Untergrund Halt geben. Die besonderen Luftwurzeln (pneumatophoren) dagegen sind ausschließlich für den Austausch von Kohlendioxyd und Sauerstoff zuständig – in dem Schlick könnten die Pflanzen sonst nicht atmen.


  • Der Ngardok ist der größte Frischwassersee Mikronesiens. Er beheimatet über sechs verschiedene Ökosysteme, die unterschiedlichen Tierarten einen Lebensraum geben. Besonders wohl fühlt sich hier auch das Salzwasserkrokodil, dass zwischen Mai und November von der Küste den Ngerdorch Fluss hinauf schwimmt, um am Ngardok seine Nester in der Regenzeit zu bauen.


  • Eine Gruppe von Grauen Riffhaien nähert sich der Riffkante, um sich neugierig das Nahrungsangebot anzusehen. Dabei werden sie von kleinen Großaugen-Stachelmakrelen verfolgt, die sich erst einzeln der Flosse des Hais nähern, um dann seitlich direkt auf Hautkontakt zu gehen. Forscher nehmen an, dass die Makrelen so die raue Haut der Haie wie Sandpapier nutzen, um ihre eigenen Hautunreinheiten abzuschmirgeln.

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