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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Am Meeresgrund brodelt und zischt es. Jedes Jahr ergießen sich dort aus glühenden Spalten rund um die Erde große Mengen an frischer Magmamasse. Die Lava lässt Mittelozeanische Rücken in die Höhe wachsen, wo zwei Platten der Erdkruste auseinander driften.


  • Um diese Bewegung der Kontinentalplatten zu verstehen, brauchen Wissenschaftler aufwändige Computermodelle - oder eine Wanne voll mit Wachs. Ein beheiztes Bad mit Paraffin simuliert dann die Bewegung der Kontinentalplatten.


  • Auf das flüssige Wachs bläst ein Ventilator kühle Luft, so dass die Wachsoberfläche erstarrt. Zwei Schöpfarme an beiden Seiten der Wanne ziehen die Wachskruste langsam auseinander und reißen in der Mitte der Kruste einen Spalt auf, aus dem ständig neues Wachs quillt. Das blubbernde Paraffin imitiert das Magma, das am Meeresgrund aus dem Erdinneren hervortritt.


  • Das Wachsmodell zeigt die Krustenbildung im Miniaturformat und zugleich im extremen Zeitraffer. Eine Stunde Plattenwanderung im Simulator entspricht 140 Millionen Jahren in der Wirklichkeit, eine Strecke von einem Zentimeter entspricht 250 Kilometern.


  • Das Wachsmodell meistert die physikalischen Herausforderungen bei der Plattentektonik so gut, dass es sogar Details wiedergibt. So treten auch in der Wachskruste Transformstörungen auf. Die Forscher wollen mit ihrem Wachsexperiment unter anderem erklären, wie diese Transformstörungen entstehen.


  • Bei einem anderen Phänomen hat das Wachsmodell schon weitergeholfen: An ihm konnten die Physiker beobachten, wie sich vermutlich die Mikroplatten bilden, die Geologen am Meeresboden finden.


  • Danach könnten sich diese Gesteinsformationen, die wie versteinerte Eisschollen aussehen, an der Nahtstelle der Kontinentalplatten bilden.


  • Erst bröckeln kleine Fragmente der Kruste ab, beginnen zu rotieren und fangen dabei frisches Magma ein. Plötzlich werden sie fortgerissen und stranden mitten auf der Kontinentalplatte.


  • Um noch mehr über die Plattentektonik zu lernen, verfeinern die Wissenschaftler das Modell derzeit, indem sie mehr über die Eigenheiten des Paraffins herauszufinden versuchen. So wollen sie etwa die Struktur und die Viskosität des Paraffins besser mit dem Vorbild aus flüssigem Stein am Meeresgrund abstimmen.

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