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Samstag, 20.03.2010
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Der interstellare Raum wimmelt in manchen Regionen nur so von großen organischen Molekülen, wie diversen Sorten von Alkoholen oder Zucker. Doch ihr Nachweis ist nicht ganz einfach.


  • Vor drei Jahren wiesen Astronomen in einer interstellaren Wolke und kurz danach auch in einem Kometen Ethylenglykol nach. Insgesamt kennen die Astronomen heute mehr als 130 Moleküle, jedes Jahr kommen zwei bis drei neue hinzu.


  • Derzeit suchen mehrere Gruppen weltweit nach der Verbindung Glyzin, der einfachsten Aminosäure und einem der „Bausteine“ des Lebens.


  • Wichtigste Hilfsmittel bei der Suche sind Radioteleskope und Detektoren im Millimeter- und Submillimeterbereich. Sie fangen die Strahlung ein, die die Moleküle aussenden und machen sie als Linien im Frequenzspektrum sichtbar.


  • Allerdings verändern sich Linienstärken mit der Temperatur und dem Druck. Und je mehr Atome ein Molekül besitzt, desto mehr mögliche Strahlungsfrequenzen besitzt es – und die Intensitäten der einzelnen Linien werden immer schwächer. Das macht es letztlich so schwierig, komplexe Moleküle wie die Aminosäure Glyzin zu identifizieren.


  • Auf der Erde empfangen die Astronomen aus einer interstellaren Wolke eine Fülle von Strahlung bei bestimmten Frequenzen, die viele Molekülsorten bei unterschiedlichen Schwingungs- und Rotationsmoden ausgesandt haben. Die Liniensysteme können sich auch noch überlappen, was die Datenauswertung zusätzlich erschwert.


  • Durch eine Kombination von Laborspektroskopie und immer besseren Instrumenten versuchen Wissenschaftler, die „Fingerabdrücke“ der einzelnen Moleküle zunächst zu identifizieren und dann in dem aus dem Weltall empfangenen „Dickicht“ wieder zu finden.


  • Zukünftig sollen das gewaltige Antennen-Array ALMA, das Flugzeugteleskop SOFIA und das Weltraumteleskop Herschel der Europäischen Weltraumorganisation ESA völlig neue Beobachtungsmöglichkeiten schaffen.

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