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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr als 350 Geodäten, Geophysiker, Geologen, Mineralogen, Hydrologen und Ingenieure arbeiten heute im Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) auf dem Telegrafenberg, das am 1. Januar 1992 als nationale Forschungseinrichtung für die Geowissenschaften gegründet wurde.


  • Im Mittelpunkt der Forschung steht das „System Erde“ mit seiner Geschichte, seinen Eigenschaften, den in seinem Innern und an der Oberfläche ablaufenden Prozessen sowie den Wechselwirkungen zwischen den Teilsystemen Geo-, Hydro-, Atmo- und Biosphäre.


  • In den letzten 14 Jahren waren die GFZ-Wissenschaftler – häufig zusammen mit Kollegen aus vielen verschiedenen Ländern – entscheidend an zahlreichen wegweisenden Forschungsprojekten im Bereich der Geowissenschaften beteiligt.


  • So hatte das GFZ beispielsweise die Federführung beim 1996 gestarteten Internationalen Kontinentalen Bohrprogramm (ICDP) und ist jetzt auch verantwortlich für den Aufbau des Tsunami-Warnsystems in Südostasien.


  • Die Potsdamer Wissenschaftler beobachten aber auch seit einigen Jahren mithilfe verschiedener Geo-Satelliten wie CHAMP oder GRACE Magnetfeld und Schwerefeld der Erde. Dabei stellten sie unter anderem fest, dass das wahre Gesicht der Erde nicht kugelig und auch nicht ellipsoidförmig ist, sondern schrumpelig wie eine Kartoffel – zumindest wenn man vom Aussehen des Erdschwerefeldes ausgeht.


  • An einem Frühwarnsystem für die besonders Erdbeben gefährdete Megacity Istanbul arbeitet das GFZ dagegen seit einiger Zeit in der Türkei zusammen mit dem Kandilli Observatorium in Istanbul, dem Marmara Research Center (TÜBİTAK-MRC) in Gebze und dem Erdbebenforschungszentrum in Ankara.


  • Ein neues spannendes Thema für das GFZ ist die so genannte „Tiefe Biosphäre“. Weit unter der Oberfläche, im „Keller der Erde“, gibt es Mikroorganismen, die bei Temperaturen von bis zu etwa 115 °C existieren und damit in Erdtiefen vorkommen können, die bisher als „lebensfrei“ angesehen wurden. Die Forscher wollen verstehen, wie tief die Biosphäre in die Erde hineinreicht, wie groß ihr Anteil an der gesamten Biosphäre ist und welche Prozesse durch sie gesteuert werden.


  • Pionierarbeit leistet das GFZ auch im brandenburgischen Groß Schönebeck, wo ein weltweit einzigartiges Geothermieuntersuchungslabor eingerichtet wurde. Hier können Experimente zur Erschließung der Erdwärme als bedeutende Energiequelle der Zukunft unter natürlichen Bedingungen durchgeführt werden.


  • Um neue Erkenntnisse hinsichtlich der Chancen und Risiken der Untergrundspeicherung von klimaschädlichem Kohlendioxid geht es dagegen in Ketzin, 30 Kilometer westlich von Berlin. Dort arbeitet ein internationales Konsortium unter Beteiligung des GFZ an einem EU-Vorhaben, bei dem schon bald testweise große Mengen an reinem Kohlendioxid in salzhaltige Grundwasserleiter injiziert werden sollen.


  • „Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse“ (Rimax), so lautet der Titel eines neuen BMBF-Förderprogramms, das das Deutsche GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) in Kooperation mit CEDIM (Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology) koordiniert. Ziel der Initiative ist es, die Bedrohung für Mensch und Natur durch besonders schwere, so genannte Jahrhunderthochwasser, in Zukunft zu verringern.

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