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Freitag, 10.02.2012
Nie wieder „Land unter“?
Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse

Bangladesch-Hochwasser 
Bangladesch-Hochwasser
© DRK
Rasant steigende Pegelstände, brechende Deiche, überflutete Landschaften, Sachschäden in Milliardenhöhe und manchmal sogar zahlreiche Todesopfer: solche verheerenden Bilanzen von „Jahrhunderthochwassern“ werden in den letzten Jahrzehnten weltweit immer häufiger gemeldet.

Doch nicht nur an Mississippi, Yangtze, Ganges oder Brahmaputra haben die Menschen mit Überschwemmungen zu kämpfen, auch in Deutschland sind solche Naturkatastrophen fast schon „normal“. Dies haben die Oderflut im Jahr 1997, das Elbehochwasser 2002 oder zuletzt die schweren Überschwemmungen im gesamten Alpenraum im August 2005 gezeigt. Die Grenzen und Defizite der Hochwasservorsorge wurden dabei in erschreckender Form deutlich.

GFZ koordiniert Förderprogramm „Rimax“
Um die Bedrohung für Mensch und Natur durch besonders schwere, so genannte Jahrhunderthochwasser, in Zukunft zu verringern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2005 das neue Förderprogramm „Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse“ (Rimax) gestartet. Koordiniert wird das vom BMBF mit etwa 20 Millionen Euro unterstützte Programm durch das Deutsche GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) in Kooperation mit CEDIM (Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology) in Karlsruhe.

 Hochwasser
Hochwasser
© Harald Frater
Auf den GFZ-Forscher Dr. Bruno Merz, den Leiter der Koordinierungsgruppe und seine Kollegen, wartet dabei eine Menge Arbeit, denn innerhalb des Förderprogramms werden mehr als 30 verschiedene Forschungsprojekte gefördert. Die Themen reichen von der Auswertung historischer Hochwasser-Aufzeichnungen, über die Analyse langfristiger Veränderungen von Hochwasserrisiken durch Klimaveränderungen bis hin zu Untersuchungen zum Risikobewusstsein in der Bevölkerung an Elbe und Rhein.

Wie kann man Polder oder Talsperren nutzen, um die Hochwasserpegel zu senken? Welche Möglichkeiten gibt es, die Frühwarnung vor Hochwassern zu verbessern? Auch auf diese und andere Fragen wollen die Mitarbeiter der beteiligten Institute, Ingenieurbüros, Bundes- und Landesbehörden sowie kommunalen Einrichtungen eine Antwort finden. Die beteiligten Ökologen, Umweltforscher oder Hydrologen werden in den nächsten Jahren darüber hinaus ein Modell zur Ausbreitung von Schadstoffen bei extremen Hochwassern entwickeln oder die Überwachung der Deiche verbessern und noch vorhandene Schwachstellen aufspüren.

Merz und sein Team müssen sich darum kümmern, die geförderten Projekte miteinander zu vernetzen, Ergebnisse aus der Forschung zusammenzuführen und an die Praktiker im Hochwasserschutz vor Ort weiterzugeben. Zudem hat der GFZ-Forscher sein eigenes Teilprojekt zu betreuen, in dem es um „Methoden und Werkzeuge für ein kosteneffizientes Hochwassermanagement“ geht.

"Bis heute gibt es keine zuverlässigen Methoden, um die direkten ökonomischen Schäden, die bei Überflutungen auftreten, abzuschätzen. Auf der Basis von über 2.000 Datensätzen, die wir nach dem Augusthochwasser 2002 erhoben haben, erarbeiten wir neue Schadensmodelle, die beispielsweise für Kosten-Nutzen-Analysen von Hochwasserschutzmaßnahmen gebraucht werden", beschreibt Merz die Ziele seines Projekts.

Aus der Forschung in die Schulen und Universitäten
Die Ergebnisse aus der Hochwasserforschung im Rahmen von Rimax werden, so sieht es das BMBF-Förderprogramm vor, auch der Bildung zu gute kommen. So entwickelt Professor Christian Bernhofer vom Institut für Hydrologie und Meteorologie der TU Dresden ein internationales Lehrmodul für die Universitäten mit dem Namen „FLOOD-Master“, das eine „umfassende Wissensbasis über die komplexen Zusammenhänge eines integrierten Hochwasserrisikomanagements“ vermitteln soll.

Eine Multimedia-CD-ROM richtet sich dagegen speziell an Lehrer und Schüler. Sie soll sowohl Ursachen und Auswirkungen von extremen Hochwassern vorstellen als auch Methoden zur Vorhersage und zum Schutz vor Hochwasser ins Bewusstsein rücken.

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