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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste In Kürze

  • Am Morgen des 16. Februar 1962 erreicht das Tief „Vincinette – die Siegreiche“ die Nordsee. Der Nordwest-Sturm mit Böen bis Windstärke zwölf treibt das Wasser der See weit in die Deutsche Bucht hinein. Der Sturm staut das Wasser an der Küste auf, eine Fernwelle aus dem Atlantik kommt hinzu - eine Sturmflut entsteht.


  • Hamburg ist von der Flut besonders betroffen: Auf dem Höhepunkt der Flut, zwischen Mitternacht und 03.00 Uhr nachts, steigen die Pegel in Hamburg St- Pauli auf 5,70 Meter– höher als jemals zuvor. Allein in Hamburg brechen 60 Deiche, 30.00 Menschen werden obdachlos, 317 Bewohner der Stadt sterben in den Fluten. Ein Sechstel der Stadt steht unter Wasser.


  • Sturmfluten sind besondere Fluten. Wenn ein Sturm aus nordwestlichen Richtungen auf der Nordsee weht, werden die Wassermassen förmlich Richtung Küste getrieben. Die Gezeitenwellen nehmen das Wasser Huckepack und rasen auf die Küste zu. Kommen noch einige andere Faktoren, wie zum Beispiel eine Fernwelle aus dem Atlantik hinzu, ist eine Sturmflut nicht mehr zu verhindern.


  • Mehrmals täglich erstellen Meteorologen speziell auf die Sturmflutgefahr abgestimmte Wetter-Prognosen. Sie basieren auf Wetterdaten, Klimamodellen und Berechnungen der Gezeiten.


  • Liegen die Prognosen 1,5 bis 2,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser (mHW) wird eine Sturmflutwarnung ausgegeben. Auf die Gefahr einer „schweren Sturmflut“ weisen die Wissenschaftler hin, wenn die Voraussagen bei 2,5 bis 3,5 Metern über mHW liegen. Sollten die Wasserstände diese Marke noch überschreiten, muss vor einer „sehr schweren Sturmflut“ gewarnt werden.


  • Nach Ansicht von Meteorologen könnte sich eine Katastrophe wie 1962 möglicherweise wieder ereignen – allerdings nicht in nächster Zukunft. Noch gelten die Küstenschutzmaßnahmen als ausreichend – immerhin bis 2030.


  • Für 2070 bis 2100 aber sagen Klimaforscher einen Anstieg des Meeresspiegels in der Deutschen Bucht um 30 bis 40 Zentimeter voraus. Ursachen sind die globale Erwärmung und das schmelzende Eis der Polregionen. Dazu kommen 20 bis 40 Zentimeter Anstieg der Sturmwasserhöhen, so dass Sturmfluten in Zukunft insgesamt bis zu 80 Zentimeter höher auflaufen könnten als heute.


  • Die Sturmflut von 1962 in Hamburg hat sich in den letzten Monaten zu einem großen Fernseh-Spektakel entwickelt. 44 Jahre nach der schweren Naturkatastrophe versuchen die Sender die Ereignisse in zahlreichen Spielfilmen und Dokumentationen nachzustellen und damit „Quote“ zu machen.


  • In den letzten tausend Jahren sind an der Nordsee immer wieder Sturmflutkatastrophen aufgetreten, die zahlreiche Toten und/oder Sachschäden in Milliardenhöhe gefordert haben. Allein bei der Zweiten Marcellusflut, der Groten Mandränke kamen im Jahr 1362 mehr als 100.000 Menschen ums Leben

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