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Sturmfluten sind in letzter Zeit „in“ im Deutschen Fernsehen. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht irgendwo eine Dokumentation oder ein Spielfilm zum Thema läuft. Den Anfang machte Arte, das schon am 28. Oktober 2005 das zusammen mit dem NDR produzierte Dokudrama „Die Nacht der großen Flut" über die dramatischen Ereignisse in Hamburg im Jahr 1962 in die heimischen Wohnzimmer brachte.
 | | Die Nacht der großen Flut © NDR/Cinecentrum | Gedreht wurde unter anderem in einer umgestalteten Hamburger Kleingartensiedlung, in Planten un Blomen - wo damals die Leichen aufgebahrt wurden - und in der Hamburger Handwerkskammer. Eine extreme technische Herausforderung waren die im Film gezeigten Wassermassen. Die aufwändigen Effekte wurden durch Flutung der Kulissen und Modellbauten in eigens gebauten Becken, aber auch durch Computeranimationen erzeugt.
Am Ende entstand ein Mix aus Spielszenen mit Christiane Paul und Ulrich Tukur in den Hauptrollen und Dokumentaraufnahmen sowie Zeitzeugenschilderungen, darunter die des damaligen Innensenators Helmut Schmidt. Der Film wurde später auch in der ARD und in zahlreichen dritten Programmen „recycelt“ – unter anderem in N3 am 16. Februar 2006 um 00.45 Uhr.
Ein Drama zum Weinen
Den vermeintlichen Höhepunkt der Flut an Sturmflut-Dokumentationen und –Spielfilmen liefert jedoch RLT am 19. und 20. Februar 2006 jeweils um 20.15 Uhr mit dem Zweiteiler „Die Sturmflut“. Von den Machern der Sendung hochtrabend als Event-Movie angekündigt, soll in einem „spannungsgeladenen Film“, so die Programmankündigung, „eine Liebesgeschichte und die Geschichte zweier Familien mit den wahren Ereignissen der Hamburger Sturmflut von 1962“ verknüpft werden.
Die Hauptrollen spielen Nadja Uhl, Jan Josef Liefers und Benno Fürmann, doch selbst die Nebenrollen sind noch hochkarätig besetzt: Neben Götz George, Heiner Lauterbach und Natalia Wörner kämpfen auch Elmar Wepper, Michael Degen, Jutta Speidel, Gaby Dohm und Bettina Zimmermann mit in und gegen die Fluten.
Im nach Angaben von RTL aufwändigsten Filmprojekt des deutschen Privatfernsehens wurde für die Darstellung der Katastrophe mit riesigem Aufwand ein ganzer Straßenzug des Hamburger Stadtteils Wilhelmsburg in einem früheren Freibad bei Essen nachgebaut. Mehr als 1,2 Millionen Euro des 8-Millionen-Budgets wurden dabei allein für Spezialeffekte ausgegeben. Auch in anderen Bereichen wurde nicht gespart: Für die musikalische Untermalung des Streifens sorgt Harald Kloser, der auch bereits bei den Hollywood-Klassikern „The Day after Tomorrow“ und „Alien“ im Einsatz war.
Dokumentation statt Event-Movie?
Doch auch wer es gern ein bisschen weniger reißerisch und pathetisch mag, wird am 19. Februar 2006 von RTL „bedient“. Im Anschluss an den ersten Teil des Spielfilms zeigt der Sender um 22:15 Uhr „Die Sturmflut - Hamburg geht unter“.
Die einstündige Dokumentation erzählt, so RTL, „die wahre Geschichte der Hamburger Sturmflut vom Februar 1962“. In ihr wird unter anderem gezeigt, wie die in der Nachkriegszeit wieder aufblühende Metropole Hamburg von der schwersten Sturmflut seit 200 Jahren im Schlaf überrascht wird. Mit zahlreichen bisher unveröffentlichten Farbbildern und –fotos berichtet RTL über bewegende Schicksale aus der Nacht der Flut und den darauf folgenden Tagen. Zahlreiche Zeitzeugen wurden für den Film interviewt, darunter auch der damalige Polizeisenator von Hamburg und spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt, der mit seinem beherzten Krisenmanagement damals weit über die Grenzen Hamburgs hinaus auf sich aufmerksam machte, so RTL.
Das Schicksal von drei Betroffenen wird nach Angaben von RTL besonders hervorgehoben: Monika Genz verliert in der Flutnacht ihren Freund aus den Augen und verbringt fünf Tage zwischen Hoffen und Bangen, bis sie ihn endlich wieder trifft. Stefan Aust, der heutige SPIEGEL-Chefredakteur, wohnt damals mit seinen Eltern auf einem Bauernhof direkt am Deich. Das Wasser flutet das Haus. Der Hof wurde stark beschädigt. Und schließlich Klaus Peter Behrens, ein freiwilliger Helfer vom Roten Kreuz, der mit seinem beherzten und selbstlosen Eingreifen Dutzenden Menschen das Leben rettet.
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