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Freitag, 10.02.2012
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bisher sind Haie in der Wissenschaft noch ein nahezu weißes Blatt. Weder die genaue Anzahl der Arten und deren Genese noch Paarung oder Geburt sind der Fachwelt bekannt. Auch Kommunikation, Wander- und Jagdverhalten sind bislang nur oberflächlich erforscht.

  • Der größte Teil der Haie bewegt sich zwar entlang der Küsten, aber Einzeltiere legen immer wieder Distanzen von 2.900, 3.800 oder mehr als 20.000 Kilometer innerhalb eines knappen Jahres zurück.

  • Lachshaie tummeln sich in zwei Grad kaltem, subarktischem Gewässer vor Alaska bevor sie in die subtropische Wärme von 26 Grad vor Hawaii schwimmen. Die Rote Muskulatur, die für die lebenswichtige Bewegung und Wärmeproduktion sorgt, wird von der äußeren Glatten Muskelschicht um etwa 15 Grad abisoliert. Diese hält noch bei einer Temperatur zwischen vier und zehn Grad alle Organe am Leben.

  • Das SERCA2-Protein filtert aus dem kalten Blut der Makrelenhaie zehn Mal mehr Kalzium-Ionen pro Herzschlag, als bei einem Blauhai. Daher fällt die notwendige Kalzium-Konzentration trotz des immer langsamer werdenden Kreislaufs nicht unter die Gefahrengrenze.

  • Mini-Computer, die von Forschern an den Tieren befestigt werden, zeichnen Informationen zu Wassertemperatur, Tauchtiefe und Wanderwegen zumindest für ein halbes Jahr auf. Eine langfristige Identifizierung ist bisher meist nur durch den Foto-Vergleich der Rückenfinnen möglich.

  • Bei Walhaien dient ein Bild des Punktemusters als „Fingerabdruck“. Seit Sommer 2005 übernimmt das, ein Computerprogramm: Der Algorithmus vom Satelliten-Teleskop Hubble, dass alltäglich Sternenbilder identifizieren muss, wurde auf das Punktesystem der Walhaie angepasst.

  • Das Forschungs-Team um Fabien Cousteau baute ein U-Boot, dass exakt einem Weißen Hai gleicht. Mit stählernen Rippen als Schutzkäfig, kann eine Person die Flossenschläge des „trojanischen Hais“ per Joysticks direkt in einen Haischwarm lenken. Durch die perfekte Tarnung sollen die Wissenschaftler ein möglichst unverfälschtes, natürliches Verhalten der Tiere beobachten können.

  • Der deutsche Haischutz-Verein Sharkprojekt geht im April 2006 mit einem eigenen U-Boot auf die Suche nach dem „Kreissaal“ der Weißen Haie. Zwei Taucher können mit dem offenen Unterwasser-Taxi die Tiere verfolgen und die Tiere eventuell bei der Fortpflanzung filmen.

  • Heute sind Badebuchten in Haigebieten mit kilometerlangen Unterwasser-Netzen abgeriegelt, in denen jährlich hunderte von Meeresbewohnern sterben. Jetzt soll ein elektronisches Kraftfeld Haie im Nahbereich durch unangenehme Impulse abschrecken und so Hai-Schutz für einzelne Taucher oder ganze Strände bieten können.

  • Die umfassende Untersuchung eines karibischen Ökosystems hat die Schlüsselstellung der Haie im Nahrungsnetz verdeutlicht. Durch die Reduzierung der Haie konnten sich andere Fleischfresser vermehren, die den Bestand der vegetarischen Fische drastisch dezimierten. Die Folge war eine enorme Zunahme von Algen, die nun den Korallen den Lebensraum streitig machen.

  • Das Artenschutzabkommen listet bereits Riesenhaie, Walhaie und Weiße Haie als „vom Aussterben bedroht“. Die FAO und der WWF schätzen, dass pro Jahr etwa 100 Millionen Haie getötet werden.

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