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Freitag, 10.02.2012
Sind die Hormone schuld?
Botenstoffe sorgen für geschlechtsspezifische Hirnmechanismen

Mentaler Rotationstest 
Mentaler Rotationstest
© RUB  Mentaler Rotationstest
Aus Sicht der Wissenschaftler spricht viel dafür, dass die kognitiven Unterschiede zwischen Männern und Frauen zumindest zum Teil durch unterschiedliche hormonelle Faktoren entstehen können, die dann wahrscheinlich geschlechtsspezifische Hirnmechanismen nach sich ziehen. Doch müssten dann nicht auch die hormonellen Schwankungen während des weiblichen Monatszyklus Veränderungen von kognitiven Leistungen erzeugen?

Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um die Biopsychologen Professor Dr. Onur Güntürkün und Dr. Markus Hausmann sowie den Neurologen Dr. Martin Tegenthoff sind dieser Frage nachgegangen und haben weiblichen Testpersonen, die keine Hormonpräparate wie beispielsweise die Pille einnehmen, zweimal während ihres Zyklus Aufgaben – zum Beispiel einen Rotations-Test - gestellt, bei denen Frauen meist schlechter abschneiden als Männer.

 Ergebnisse des Mentalen Rotationstests
Ergebnisse des Mentalen Rotationstests
© RUB  Ergebnisse des Mentalen Rotationstests
Ein Testzeitpunkt lag während der Menstruation (2. Tag), wenn alle Sexualhormone auf dem Tiefpunkt sind. Die zweite Aufgabe stellten wir in der Lutealphase (22. Tag), in der der Hormonspiegel an Östradiol und Progesteron sehr hoch ist. Die Ergebnisse waren eindeutig: Wenn die weiblichen Sexualhormone ihren Tiefpunkt erreichten (2. Tag), war die Leistung der Frauen beim mentalen Rotations-Test ähnlich gut wie die der Männer.

Stiegen aber die Hormone zum 22. Tag an, dann sank die Leistung dramatisch ab. Die untersuchten Frauen waren demnach in ihrer visuell-räumlichen Fähigkeit nicht prinzipiell schlechter als die Männer – es kam nur drauf an, wann man sie testete.

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