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Dienstag, 31.05.2016
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Luftbilder für alle!

oder Wer hat Angst vor Google Earth?

Google Earth hat die Welt in den heimischen PC geholt, so viel ist sicher. Seitdem der US-amerikanische Suchmaschinenbetreiber Google am 28. Juni 2005 seine Software Google Earth für den virtuellen Flug rund um die Erde veröffentlichte und jedem Internetnutzer kostenlos zur Verfügung stellte, hat die Kartographie eine neue Dimension der Öffentlichkeit erhalten.

Satellitenbilder und hochauflösende Luftbilder der Erde, die bisher als kartographisches Expertenwissen galten und meist nur Wissenschaftlern oder Militärs zur Verfügung standen, haben plötzlich ein großes Publikum – und eine regelrechte Fangemeinde.

Volkssport Planespotting


Planespotting: Wo ist das Flugzeug?

Planespotting: Wo ist das Flugzeug?

Das Internet und leistungsfähige Breitbandverbindungen für den Download großer Datenmengen machen es möglich, dass sich jeder Internetnutzer mit den entsprechenden technischen Voraussetzungen faszinierende Nahaufnahmen der Erdoberfläche in 3D-Optik ansehen kann, seien es der Great Canyon oder der Eiffelturm, der Mount Everest oder die Nazca-Bilder in Peru.

Flugzeuge im Landeanflug, Wale im Ozean oder einfach nur das eigene Wohnhaus aufzuspüren, hat sich zu einem wahren Volkssport entwickelt. In Foren werden die neuesten Entdeckungen verkündet und – gleich mit Link versehen – ausgestellt.

Google macht Angst


Die Freizügigkeit von Google Earth und der hemmungslose Austausch geographischer Informationen haben allerdings auch Kritiker auf den Plan gerufen. Staaten wie Indien, Russland oder Nordkorea äußerten ernsthafte Bedenken, die in der Google-Software zur Verfügung gestellten Luftaufnahmen seien geeignet, Terroranschläge vorzubereiten. Thailand bat darum, Regierungsgebäude unkenntlich zu machen, Australien wollte ein auf den Luftbildern erkennbares Kernkraftwerk verstecken. Viele US-Amerikaner haben Angst, Detailaufnahmen aus dem Irak könnten die dort im Einsatz befindlichen GIs gefährden.

Google dagegen lehnt es ab, sein Informationsangebot einzuschränken. „So lange keine rechtliche Zwänge bestehen, werden wir keine Manipulationen an den Daten aus Google Earth vornehmen,“ versichert Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland. Das Unternehmen stehe für Informationsfreiheit und wolle allen Internetnutzern möglichst umfangreiche Informationen zur Verfügung stellen. Es sei nicht geplant, den Zugang zu Google Earth in bestimmten Ländern einzustellen oder die Bilder zu verfälschen.

Zahlreiche Quellen für Luftbilder


Den Vorwurf, Google Earth stelle ein potentielles Instrument für Terroristen dar, weist Keuchel vehement zurück. „Alle Satelliten- und Luftbilder aus Google Earth sind auch anderweitig zu haben. Terroristen sind nicht auf Google Earth angewiesen,“ so Keuchel.

In der Tat hat bereits im Sommer 2004 die NASA das Programm World Wind kostenlos zum Download bereitgestellt. Die Software basiert auf Aufnahmen der Landsat-Satelliten und auf Luftbildern des US Geological Survey (USGS). Auch World Wind bietet die Möglichkeit virtueller Flüge um die Erde oder die Suche nach bestimmten Orten. Daneben stellt die NASA auf ihrer Homepage umfangreiche Sammlungen von Satelliten- und Luftbildern zur Verfügung, die gezielt von jedermann durchsucht werden können.

Reichstag in Berlin

Reichstag in Berlin

Auch Microsoft hat mit Windows Live Local (früher Virtual Earth) einen lokalen Suchdienst ins Rennen geschickt. Eine Art „Gelbe Seiten“ wird hierbei mit der Anzeige der gesuchten Orte auf Satellitenbildern verknüpft. Sowohl Windows Live Local als auch Google Maps, der „kleine Bruder“ von Google Earth, sind ausschließlich internetbasiert und benötigen keine Installation zusätzlicher Software.

Einzigartig ist Google Earth allerdings bei der Ausstattung mit hochauflösenden Bildern, obwohl die höchste Bildqualität bisher auf Metropolen in den USA oder Europa beschränkt ist. Anstelle die bisherigen Informationen einzugrenzen, wie von Kritikern gefordert, plant Google langfristig, die gesamte Erdoberfläche durch hochauflösende Satellitenaufnahmen abzubilden.

Stand 13.01.2006