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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürz

  • Die Kontinentalränder bilden die wasserbedeckte Übergangszone zwischen Festland und Tiefsee. Sie bestehen aus dem bis zu 200 Meter tiefen Schelf, dem steilen Kontinentalabhang und dem Kontinentalfuß in durchschnittlich 4.000 Metern Tiefe.


  • In Europa erstrecken sich die Kontinentalränder auf über 15.000 Kilometern durch den Atlantischen Ozean und die Binnenmeere und umfassen etwa ein Drittel der Fläche des Kontinents.


  • Die Schelfe gehören geologisch zu den Kontinenten und nicht zu den Ozeanen. Sie unterliegen den schwankenden Meeresspiegelständen und fielen im Laufe der Erdgeschichte wie beispielsweise in den Eiszeiten immer wieder einmal trocken.


  • Der Kontinentalabhang ist im Gegensatz zum Schelf extrem zerklüftet und Schluchten von mehr als 1.000 Meter Tiefe sind keine Seltenheit.


  • Eine der weltweit größten Hangrutschungen fand vor einigen tausend Jahren im Storegga-Canyon am norwegischen Kontinentalrand statt. Instabile Gashydrate im Boden brachten Schutt und Geröll vom hundertfachen Volumen des Bodensees ins Rutschen und lösten einen gewaltigen Tsunami aus.


  • Von der Iberischen Halbinsel bis nach Nordnorwegen erstreckt sich ein riesiger Korallengürtel. Die Kaltwasserkoralle Lophelia bildet große Kolonien in mehreren hundert Metern Tiefe. Die Korallenriffe wurden erst vor wenigen Jahren entdeckt und ihre Erforschung steht noch am Anfang.


  • An den Methanquellen am Meeresgrund wimmelt es nur so von Leben. Insbesondere die einzelligen Archaeen haben sich an das Dunkel angepasst, aber auch Bakterien, Muscheln oder Röhrenwürmer ernähren sich direkt oder indirekt vom Methan.


  • Wenn Kontinentalränder mit einer Erdplattengrenze zusammenfallen, werden sie als aktiv bezeichnet. Durch die Subduktion der ozeanischen unter die kontinentale Platte entstehen Erdbeben und Vulkanausbrüche. In Europa gibt es diese aktiven Zonen nur im südöstlichen Mittelmeer.


  • Im Boden der Ozeane lagern vermutlich Gold, Kupfer, Zink oder Eisenminerale. Wertvolle Energie-Rohstoffe wie Öl, Gas oder Methanhydrat sind zudem in den Sedimentgesteinen der tieferen Kontinentalränder gespeichert.


  • Das europäische Meeresforschungsgroßprojekt „Hotspot Ecosystem Research on the Margins of European Seas“ (HERMES) setzt sich aus Wissenschaftlern aus 15 Ländern und 45 Forschungseinrichtungen zusammen. Von 2005 bis 2008 sollen zahlreiche Tauchfahrten und Expeditionen an den Kontinentalrändern stattfinden.

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