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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Auf 2° südlicher Breite und 35° östlicher Länge im Norden Tansanias liegt der Ngorongoro-Krater zwischen dem Kilimandscharo im Osten und der Serengeti sowie dem Victoria-See im Westen.

  • Der rund 250 Quadratkilometer große Kraterkessel mit bis zu 600 Meter hohen Steilwänden ist Überbleibsel eines Vulkans, dessen Kratergebäude durch geologische Aktivitäten des Ostafrikanischen Grabenbruchs vor mehreren Millionen Jahren einstürzte. Entstanden ist dabei die größte vollständig erhaltene und nicht mit Wasser gefüllte Caldera der Welt.


  • Rund 25.000 Büffel, Gazellen, Löwen oder Affen, dazu zahlreiche Vogelarten wie Strauß oder Kronenkranich, Insekten oder Kleinsäuger bevölkern heute den Kraterboden.


  • So unterschiedlich wie die Tierarten, so unterschiedlich sind auch die Lebensräume im riesigen Oval. Neben riesigen Graslandschaften gibt es auch Moore, Wälder und den Salzsee Lake Magadi.


  • Ngorongoro ist jedoch keine abgeschlossene Enklave des Lebens. Der Krater steht in intensivem Kontakt mit der Umgebung und viele Wildtiere wandern in den Krater ein oder aus.


  • Auch im Kraterumland ist die Tierdichte extrem hoch. Wenn die Millionen Individuen umfassenden Herden von Zebras oder Gnus auf ihren Instinkt getriebenen Wanderungen aus der nahe gelegenen Seregeti hierher kommen, ballen sich viele Hunderttausende Wildtiere auf engsten Raum.


  • 1959 erhielten der Krater und die umliegenden Hochebenen den Status eines Schutzgebiets, 1979 wurden große Teile davon durch die Unesco als Weltnaturerbe anerkannt.


  • Seit einiger Zeit jedoch hat auch das Paradies für Wildtiere mit massiven Problemen zu kämpfen. Während vor allem früher Wilderer Tierarten wie das Nashorn derart dezimierten, dass sie bis heute ums Überleben kämpfen, sind es heute vor allem Touristen, die das empfindliche Ökosystem bedrohen.


  • Die ständig steigenden Urlauberströme stören die Tiere nicht nur durch Lärm, Stress oder die Abgase der Safari-Jeeps. Aufgrund des erhöhten Trinkwasserbedarfs für Hotels und Campingplätze gelangt auch viel weniger Wasser in den Krater und es kommt dadurch zur Zerstörung von Lebensräumen wie Wäldern oder Mooren.


  • Auch Inzucht und Seuchen haben längst Einzug in den Kraterkessel gehalten und gefährden unter anderem den Löwenbestand in der Caldera.


  • Wissenschaftler und Naturschützer haben mittlerweile einen Maßnahmenkatalog entwickelt, um die drohende Gefahr von dem sensiblen Ökosystem abzuwenden.

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