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Freitag, 10.02.2012
Die heiße, trockene Schwester
Sonnenähe als Todesurteil

Venusoberfläche ohne Wolken 
Venusoberfläche ohne Wolken
© NASA  Venusoberfläche ohne Wolken
Wenn Erde und Venus bezüglich Größe, Zusammensetzung von Kruste, Mantel und Kern und sogar der ersten Atmosphäre fast gleiche Voraussetzungen hatten - warum kam auf unserem Nachbarplaneten die Plattentektonik nicht in Gang? Der Hauptgrund ist auch hier in der größeren Nähe zur Sonne zu suchen.

Schon bei der Akkretion wurde in die Venus wegen ihrer größeren Nähe zum heißen Mittelpunkt des Sonnensystems weniger Wasser eingebaut. Das zusätzliche Quantum an solarer Wärmeenergie regte zudem die Eigenbewegung der Gasmoleküle in der Venusatmosphäre derart an, dass der Planet viel weniger der ohnehin schon selteneren flüchtigen Elemente halten konnte als die Erde: Die Wassermoleküle dissoziierten, und die Zerfallsprodukte entwichen in den Weltraum.

 Venusoberfläche
Venusoberfläche
© NASA  Venusoberfläche
Wasser spielt auf der Venus heute kaum eine Rolle mehr - weder in der Atmosphäre als Wasserdampf, noch auf der Oberfläche in Form von hypothetischen Meeren. Selbst bei den herrschenden hohen Druckverhältnissen würde alles Wasser bei den extremen Temperaturen, unter denen sogar Blei schmelzen würde, sofort verdampfen.

Die Venuskruste ist heute knochentrocken, da alle flüchtigen Elemente, die häufig in erheblicher Mengen in das Kristallgerüst der gesteinsbildenden Minerale eingebaut sind, durch die große Wärme "ausgetrieben" wurden.

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