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Freitag, 10.02.2012
Sonne als Motor
Die Atmosphären im Vergleich

Im Gegensatz zu der im Inneren der Planeten erzeugten Energie wirkt in den Atmosphären zusätzlich ein gewaltiger externer "Motor" - die Sonne. Sonnenenergie spielt für den Wärmehaushalt an den Oberflächen und die atmosphärische Dynamik, aber auch für alle biochemischen Entwicklungen eine entscheidende Rolle.

Erde und Venus 
Erde und Venus
© NASA
Die "Schwesterplaneten" Venus und Erde sind zwar fast gleich groß, weisen aber dennoch große Unterschiede in Zusammensetzung und Dichte ihrer Gashüllen auf. Die Venusatmosphäre besteht zu 96 Prozent aus Kohlendioxid, die Erdatmosphäre dagegen nur zu weniger als einem Prozent. Der Stickstoffgehalt der Luft auf der Venus liegt dagegen bei nur 3,5 Prozent - auf der Erde sind es gut 77 Prozent. Und auch der Atmosphärendruck an der Venusoberfläche ist fast hundertmal höher als auf der Erde - Lebewesen hätten es fast im wörtlichen Sinne nicht gerade "leicht" auf der Venus.

Diese Unterschiede sind aber erst durch die verschiedenartige Entwicklungsgeschichte beider Planeten entstanden. Auch auf der Erde herrschte einst, vor drei bis vier Milliarden Jahren, ausge- sprochen "dicke Luft": Wahrscheinlich erreichte der Atmosphärendruck damals ebenfalls 50 bis 100 bar - wegen des ge- genüber heute viel höheren Kohlendioxid- Anteils in der Luft.

 Die Erdatmosphäre
Die Erdatmosphäre
© NASA
Das heutige Stickstoff- Sauerstoff-Gasgemisch ist nämlich nicht die ursprüngliche "Luft", die es auf der Erde gab: Die frühe Erdatmosphäre war der auf der heutigen Venus ähnlich. Auf der Erde wurde zunehmend das "primordiale", das ursprüngliche, durch intensiven Vulkanismus zügig ausgegaste Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt. Und zwar vom Wasser der Ozeane und von den Lebewesen, die sich auf der Erde vor etwa dreieinhalb bis vier Milliarden Jahren entwickeln konnten.

Zu diesem Zeitpunkt war das schwere Meteoritenbombardement durch die bei der Bildung des Sonnensystems übriggebliebenen Trümmer vorüber. Wie es auf der Erde etwa eine dreiviertel Milliarde Jahre nach ihrer Konsolidierung ausgesehen haben mag, lässt sich mit einem Blick durch ein Fernglas auf den kraterübersäten Mond rekonstruieren - Ozeane und eine Atmosphäre muß man sich allerdings dazudenken.

Als gesichert gilt heute, dass ein optimaler Abstand der Planeten zur Sonne und eine günstige Energiebilanz zwischen der im Innern erzeugten Hitze und der von der Sonne eingestrahlten Wärme Bedingungen schuf, die die Existenz flüssigen Wassers an und unter der Oberfläche ermöglichten. Damit waren die Voraussetzungen für die Entstehung von Leben gegeben.

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