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Freitag, 10.02.2012
Auf die inneren Kräfte kommt es an
Endogene Prozesse als Lieferanten von Wärme und Energie

Die Erde 
Die Erde
© NASA  Die Erde
Warum ist die Erde anders als alle anderen Planeten? Eine erste Lösung dieser Frage läßt sich finden, wenn man das Sonnensystem, besonders aber die inneren vier Planeten und den Erdmond miteinander direkt vergleicht. Nicht nur aus Gründen der Bequemlichkeit soll der letztere hier auch als "Planet" bezeichnet werden:

Tatsächlich ist der Mond in vielerlei Hinsicht einem Planeten "ähnlicher" als den Trabanten der anderen Körper des Sonnensystems - markantester Unterschied ist sicherlich die Größe des Mondes in Relation zur Erde. Die Monde der anderen Planeten sind im Vergleich zu ihrem jeweiligen Planeten sehr viel kleiner, weswegen das Erde- Mond-System mitunter auch als "Doppelplanetensystem" bezeichnet wird.

 Mond Falschfarbenaufnahme
Mond Falschfarbenaufnahme
© NASA  Mond Falschfarbenaufnahme
Man kann die ungleichen Nachbarn Erde und Mond als entgegengesetzte Endglieder der Entwicklung von terrestrischen Planeten (Planeten mit fester Gesteinsoberfläche) in unserem Sonnensystem betrachten. Auf dem seit mindestens zwei Milliarden Jahren nicht mehr aktiven Mond war der einzige signifikante endogene Prozess, der Vulkanismus, nicht allzu lange aktiv und erzeugte insgesamt keine großen Gesteinsvolumen.



Erdaufgang auf dem Mond 
Erdaufgang auf dem Mond
© NASA  Erdaufgang auf dem Mond
Von einigen Natriummolekülen abgesehen verfügt der Mond über keine Atmosphäre - mangels ausreichender Schwerkraft konnte er keine Gashülle über einen längeren Zeitraum binden. Asteroiden konnten wegen der fehlenden Schutzwirkung einer Atmosphäre ungehindert bis zur Oberfläche vordringen und prägten vor allem in der ersten Milliarde von Jahren die Oberfläche. Dieses Bombardement und der konstant einfallende Sonnenwind sind die einzigen erosiven Kräfte, die obersten Gesteinsschichten verwittern deshalb extrem langsam.

Die heutige Oberfläche der ausgesprochen dynamischen Erde wird von aktiven endogenen Prozessen geprägt. Die Wärmeentwicklung aus dem Zerfall radioaktiver Isotope im Erdinneren und die dort gespeicherte "Restwärme" aus der Zeit der Planetenbildung sind die Antriebskräfte. Auf Mond und Merkur sind sie wegen der geringen Größe dieser Planeten längst nicht mehr aktiv. Die im Erdinneren freigesetzte Wärmeenergie erzeugt Massenbewegungen im Erdmantel, die der Motor der - zumindest derzeit - im Sonnensystem einmaligen Plattentektonik sind.

Durch das heute noch reichlich vorhandene Wasser auf der Erde wird dieser Prozess gewissermaßen "geschmiert", also sehr effektiv beschleunigt. Plattentektonik ist nicht nur dafür verantwortlich, daß die Erdkruste in nur wenigen hundert Millionen Jahren zu großen Stücken fast vollständig recycelt wird. Auch viele andere geologisch wirksame Prozesse weisen auf der Erde eine viel stärkere Dynamik auf als auf den Nachbarkörpern, bei denen bisher keine Plattentek- tonik nachgewiesen werden konnte.

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