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Freitag, 10.02.2012
Rettung aus den Weltmeeren und Permafrostböden?
Vorkommen und Nachweis von Gashydraten

Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen (Offshore=rot, Onshore=schwarz) 
Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen (Offshore=rot, Onshore=schwarz)
© Redaktion G.O. nach BGR
In fast allen Ozeanen der Welt hat man in den letzten Jahren Gashydratvorkommen entdeckt. Das eiskalte Tiefenwasser und der Druck der Wassersäule liefern dabei im Meer gute Bedingungen für die Bildung von Gashydraten. Ähnlich ist es in den Land- und Schelfregionen der Permafrostgebiete. Gashydratvorkommen gelten als undurchlässig für Gase und bilden daher oft Deckschichten von konventionellen Erdgasvorkommen. Ein Beispiel dafür ist das Messoyakha-Feld in Westsibirien.

Viele Gashydratlagerstätten zeigen erstaunliche Ergiebigkeit. In den letzten Jahren haben Forscher im Rahmen von ODP-Bohrungen (Offshore Drilling Program) beispielsweise ein relativ kleines, eng umgrenztes Gebiet mit Gashydratvorkommen entdeckt - das "Blake Ridge" im Südosten der USA. Die Abschätzungen von USGS-Mitarbeitern (United States Geological Survey) ergaben, dass allein in dieser Region Methanvorräte lagern, die den jährlichen Gasbedarf der USA für mehr 30 Jahre decken könnten.

Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sind in den letzten fünf Jahren vielfach an Kontinentalrändern fündig geworden: 1994 konnte man in der Celebes-See, 1997/98 im Arabischen Meer vor Pakistan und zuletzt zu Beginn diesen Jahres im Indischen Ozean vor Java und Sumatra Methanhydrat nachweisen.

Nachweis von Gashydraten
Die wichtigste Methode Gashydrate in den Weltmeeren zu entdecken, ist die Verwendung von Schallwellen. Von Forschungsschiffen aus werden diese in Richtung Meeresboden geschickt. Die zum Teil mehrere hundert Meter dicken Gashydratschichten im Sedimentbereich reflektieren die Schallwellen anschließend in charakteristischer Weise. Nach akustischer Aufzeichnung wird die Unterseite der Gashydratschicht als sogenannte "Boden-simulierender Reflektor", kurz "BSR", sichtbar.

Aufspüren kann man Gashydrate aber auch - wie bereits oben erwähnt - bei Bohrlochmessungen die im Aufgabenbereich des ODP durchgeführt werden. Ist man beim Bohren auf ein Gashydratlager gestoßen, lassen sich in der Spülung erhöhte Gasgehalte messen.

Das Thema Gashydrate ist nur einer von vielen Forschungsschwerpunkten des ODP. Dieses Internationale Tiefseebohrprogramm hat das Ziel, den geologischen Aufbau und die Entwicklung des Erdkörpers zu erforschen. Wissenschaftler und Forschungsinstitute aus vielen Ländern sind daran beteiligt und werten die Daten und geologischen Proben aus, die aus den Böden der Ozeane gewonnen werden. Seit Beginn der ODP-Bohrkampagne im Januar 1985 wurden vom Bohrschiff "Joides Resolution" aus mehr als 160.000 Meter Bohrkerne gewonnen.

Obwohl Gashydrate seit fast 30 Jahren mehr oder minder intensiv erforscht werden, war es bisher - unter anderem aus Kostengründen – nicht möglich, ein flächendeckendes Datennetz über die Vorkommen zu entwickeln. Die bisherigen Zahlen über die Größe der weltweiten Gashydratdepots beruhen deshalb in erster Linie auf groben Schätzungen der Wissenschaftler.

Soweit man heute weiß, sind in den Gashydraten aber enorme Mengen an Methan gespeichert. Auf der Basis der heutigen Forschungsergebnisse muss man davon ausgehen, dass mehr Kohlenstoff allein in marinen Gashydraten gebunden ist, als in allen anderen Lagerstätten für fossile Brennstoffe zusammen. Viele Wissenschaftler gehen schon heute davon aus, dass der "Hunger" der Welt nach Energierohstoffen mithilfe der Gashydrate jahrhundertelang gestillt werden könnte. Wenn es denn gelingt die Rohstoffvorkommen großflächig auszubeuten.

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