Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Wichtiger als große Dinosaurierskelette in Museumsvorhallen ist das Wissen um vergangene Ökosysteme. Zwei Fundorte, die einen Einblick in relativ in sich geschlossene Systeme bieten sind die Fossillagerstätten Stöffel und Messel.


  • Aus einem früheren Maarsee wurde die Fossillagerstätte Stöffel bei Enspel im Westerwälder Braunkohlenrevier. Hier suchen seit 1990 Grabungsmannschaften in dem Ölschiefer nach Fossilien. Der Steinbruch Stöffel ist die einzige Fundstelle in Deutschland, in der eine tertiäre Seelandschaft untersucht wird.


  • Die Funde von Nagern, Krötenfröschen, Krokodilen, Fischen, Kaulquappen, Salamandern, Spinnen, Käfern, Ahorn- und Weidenresten und anderen Pflanzen haben Licht in die vergangene Zeit gebracht. Die Wissenschaftler konnten das Klima sowie einen Teil der Flora und Fauna rekonstruieren.


  • Wie hauchdünn der Grad zwischen Ewigkeit und Entdeckung ist, musste die Enspelmaus erfahren. Bei ihrer Bergung nach 26 Millionen Jahren Dunkelheit erkannte zunächst niemand ihre Bedeutung. Erst zwei Jahre später stellte sie sich als der älteste bis dato gefundene Gleiter heraus.


  • In den siebziger Jahren war die Grube Messel als Mülldeponie vorgesehen. Heute ist sie Weltnaturerbe, auf einer Stufe stehend mit dem Yellowstone-Nationalpark oder der Serengeti.


  • Vor 50 Millionen Jahren erstreckte sich rund um den Messeler Maarsee eine ausgedehnte Tropenlandschaft, in der Krokodile, Würgeschlangen und eine Vielzahl anderer exotischer Tierarten lebten.


  • Von besonderer Bedeutung für die Paläogeographen sind die Funde von Ahnen südamerikanischer Strauße und Ameisenbären. Bis dato vermutete die Wissenschaft ihr Verbreitungsgebiet ausschließlich in Südamerika.


  • Die Qualität der Funde aus Messel ist so hoch, dass es den Paläontologen manchmal sogar möglich ist, die Mageninhalte der Fossilien zu untersuchen.


  • Die ehemaligen Maarseen in Stöffel und in Messel haben denselben geologischen Ursprung: Sie sind vulkanisch entstanden.


  • Die Funde aus Messel sind in drei Museen zu besichtigen. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt besitzt mit etwa 16 000 Funden eine der bedeutendsten und ältesten Sammlungen. Weitere umfangreiche Sammlungen besitzt das Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt und das Fossilien- und Heimatmuseum Messel.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Von Urpferden und Flugmäusen
Messel und Stöffel - Blick in die urzeitliche Ökosysteme
Ein Tag am Maar
Untergang eines Maarsees
... 25.600.000 Jahre später
Beim Spielen wiederentdeckt
Ortstermin Enspel `99
Eine paläontologische Ausgrabung
Der französische Verwandte
Den Nager von Enspel kannte man bereits - als Zahn
Blau bis in alle Ewigkeit
Rätsel um 26 Millionen Jahre altes Chitin
Weltnaturerbe contra Hausmüll
Die Grube Messel
Die hessischen Tropen
Messel - ein fast vollständig erhaltenes Ökosystem
Kalte Vulkane und schützendes Sediment
Warum sind die Fossilien von Stöffel und Messel so gut erhalten?
Von der Präparation ins Museum
Bedrohungen für Fossilien und Ausgrabungstellen
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen