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Freitag, 10.02.2012
Mit gutem Beispiel voran...
Der Einsatz erneuerbarer Energien für öffentliche Gebäude

Der Einsatz von neuen Technologien zur Energieerzeugung bei staatlichen Gebäuden wird besonders in Bayern vorangetrieben. Im Sommer 2000 stellte der bayerische Baustaatssekretär Alfred Sauter in einer Pressekonferenz neue Projekte des Lands vor.

In Bayern wurden bisher 22 Anlagen zur thermischen und photovoltaischen Nutzung der Sonnenenergie fertiggestellt und in Betrieb genommen. Zahlreiche weitere Anlagen befinden sich derzeit in der Ausführungs- bzw. Planungsphase.

Das neue Landesamt für Umweltschutz in Augsburg und der Außenstelle des Statistischen Landesamtes in Schweinfurt besitzen ausgetüftelte Energiesparkonzepte, die Modellcharakter für die Zukunft haben. So stehen künftig auf dem Dach des 144 Millionen Mark teuren Landesamtes für Umweltschutz 2.000 m² Sonnenkollektoren, die 60 Prozent der Gesamtnutzwärme decken.

Die überschüssige im Sommer aus den Sonnenkollektoren gewonnene Wärmeenergie wird im sogenannten "Aquiferspeicher" für die kältere Jahreszeit "zwischengelagert". Bei dem Aquiferspeicher, der in Bayern erstmals errichtet wird, handelt es sich um einen Kies-Wasser-Speicher mit 6.000 m³ Rauminhalt, der weitgehend unterirdisch angeordnet ist. Die in dem Speicher verlegten Rohrleitungen übertragen die Energie aus den Sonnenkollektoren an die Speichermasse aus Kies und Wasser. Mit Beginn der Heizperiode eines jeden Jahres wird die im Aquifer gespeicherte Energie dann der Raumheizung zugeführt. Etwa bis Ende November/Anfang Dezember wird das Gebäude durch die Energie aus dem Aquifer beheizt. Ab diesem Zeitpunkt liefert dann ein mit Rapsöl befeuerter Kessel die benötigte Wärme.

Ergänzend zur konventionellen Stromversorgung wird eine 800 m² große Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom liefern. Das Ergebnis des Gesamtenergie-Konzeptes ist: Der Wärmebedarf wird zu 100 %, die Elektrospitzenlast zu etwa 25 % über regenerative Energieträger gedeckt. In der zweiten Jahreshälfte 1999 soll das neue Landesamt fertig sein.

Die Besonderheit beim seit Februar 2001 bezogenen Neubau für die Außenstelle des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung in Schweinfurt ist die Nutzung der Erdwärme und Erdkühle zur natürlichen Klimatisierung der mit einer hohen Installationsdichte ausgestatteten Büroräume. Durch einen etwa 90 m langen begehbaren Erdkanal, in dem Sommer wie Winter eine etwa gleichbleibende Temperatur von acht bis zehn Grad vorherrscht, wird die Außenluft angesaugt. Die so im Winter vorgewärmte bzw. im Sommer gekühlte Außenluft wird über die Lüftungszentrale im Untergeschoß über vertikale Schächte in die "Hohlraumböden" geleitet und gelangt von dort über Quellluftauslässe in die Büros. Die Abluft wird über eine zentrale Abluftabsaugung zum zentralen Lüftungsgerät zurückgeführt. Dort werden 80 bis 90 % der Wärme der Abluft zurückgewonnen.

Im Ergebnis ist der Heizwärmebedarf des 35 Millionen Mark teuren Gebäudes nur halb so hoch wie der eines nach der aktuellen Wärmeschutzverordnung gebauten, vergleichbaren Bürogebäudes. Dabei werden 20 % des Heizwärmebedarfs durch Solarenergie und 40 % durch die Nutzung interner Wärme gedeckt.

In den nächsten Jahren sollen bei beiden Gebäuden Betriebserfahrungen gesammelt und ausgewertet werden. "Beide Projekte sollen neben ihrem unmittelbaren Beitrag zum Umweltschutz Modellösungen für die Bauten von morgen sein", so der Baustaatssekretär zur zukünftigen Entwicklung.

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