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Freitag, 10.02.2012
Vom Experiment zum Wirtschaftsfaktor
Die Entwicklungen in der Windkraft-Nutzung

Die Windenergietechnologie boomt. Nicht nur in Deutschland, auch weltweit werden Windturbinen immer billiger und effizienter, und senken damit die Preise für Strom aus Windkraft. In Europa und den USA ist die Windenergie nach der Wasserkraft die zweitwichtigste „alternative“ Energiequelle.

Erneuerbare Energien: Windkraft 
Erneuerbare Energien: Windkraft
© DOE
Der große Vorteil der Windkraft: Im Vergleich zu anderen Formen der Energienutzung stellt sie nur geringe Ansprüche an die Infrastruktur und ist in fast jedem Land in ausreichender Stärke nutzbar. Einzelne Turbinen können überall aufgestellt werden und in Kombination mit Dieselgeneratoren die Stromversorgung von Kommunen, Inseln oder Einzelgehöften ohne Stromnetzanschluß liefern.

In den letzten sechs Jahren ist allein in Europa die installierte Kapazität um 40 Prozent jährlich gewachsen. Und auch in der Technologie ist Europa weltweit führend: Von den 60 weltweit agierenden Windturbinenherstellern haben 90 Prozent ihren Sitz in Europa. Eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen sind in der Folge dieser Entwicklung entstanden.

Die dänische Windindustrie beschäftigt alleine 8500 Menschen und hat zusätzlich weitere 4 000 Arbeitsplätze außerhalb des Landes geschaffen. Damit ist sie in Dänemark ein größerer Arbeitgeber als die Fischerwirtschaft.
Die Zahl der europaweit entstandenen Arbeitsplätze schätzt man auf mehr als 20 000 – Tendenz steigend.

Die Effektivität der heutigen Windturbinen ist: auch wenn der Wind nur schwach weht, können die Rotoren die Windkraft noch in 98 Prozent der Fälle in Energie umwandeln. Mit steigender Windstärke wächst die Energieausbeute rapide, eine Verdopplung der Windgeschwindigkeit bringt das achtfache an elektrischer Energie.
Die typische Fluktuation der Windstärken kann durch eine Kombination mit konventioneller Stromerzeugung aufgefangen werden. Ins Stromnetz eingespeist ist der Strom aus Windkraft vor allem gut geeignet um in Zeiten hohen Stromverbrauchs, zum Beispiel an kalten, windigen Tagen, den erhöhten Bedarf auszugleichen.

Die Kosten der Windenergienutzung sind mit der Zunahme der Anlagenzahl und der Verbesserung der Effektivität in den letzten Jahren drastisch gesunken. Während die Investitionskosten für eine Anlage im Jahr 1990 noch bei 95 Pfennig pro Kilowattstunde lagen, wird heute mit weniger als der Hälfte gerechnet. Entsprechend kostet eine Kilowattstunde Strom aus Windkraft heute in Europa zwischen fünf und acht ECU Cents, Prognosen der „European Wind Energy Association“ (EWEA) gehen von einer Senkung auf vier Cents in den nächsten Jahren aus.

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