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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Der Tod ist biologisch betrachtet das Absterben lebenswichtiger Zellen aufgrund von Sauerstoffmangel. Die Medizin hilft uns, den Tod immer weiter hinauszuschieben, aber er bleibt (bislang) unumgänglich, da der Körper einem Alterungsprozess unterliegt.


  • Zur Bestimmung des Todeszeitpunktes wird heute die Hirntod- Definition herangezogen. Nach strengen Kriterien diagnostizieren zwei unabhängige Mediziner den kompletten Verlust der Hirnfunktionen. Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm müssen davon betroffen sein. Kritiker sehen in der Hirntod-Definition eine Vorverlegung des Todes zu Gunsten der Transplantationsmedizin.


  • Selbst Hand an sein Leben zu legen oder sich dabei helfen zu lassen sind umstrittene Themen. Selbstmörder werden heute nicht mehr wie früher geächtet, als man sie noch nicht mal auf kirchlichen Friedhöfen beisetzen wollte. Fälle von passiver und aktiver Sterbehilfe gab es bereits zahlreich, auch hierzulande. Bis heute ist die Rechtslage in Deutschland jedoch nicht eindeutig geklärt. "Tötung auf Verlangen" wird mit Freiheitsentzug zwischen sechs Monaten und fünf Jahren bestraft, Anstiftung und Beihilfe zum Selbstmord bleiben jedoch straffrei. Wo genau ist hier die Grenze? Das einzige europäische Land, in dem aktive Sterbehilfe erlaubt ist, sind die Niederlande.


  • In den meisten Kulturen gab und gibt es die Vorstellung von einer Totenwelt im Jenseits, in der die Verstorbenen weiterexistierten. Stellt der Tod einen Übergang in eine andere Welt oder eine Durchgangsstation auf dem Weg zur Wiedergeburt dar, nimmt ihm das den Schrecken. Heute glauben viele Menschen in den Industrienationen jedoch nicht mehr an ein Leben nach dem Tod. Die religiösen Weltbilder wurden von wissenschaftlichen verdrängt. Auch deshalb wird der Tod immer mehr aus dem Bewusstsein verdrängt und mit Unbehagen beäugt. Angst und Ungewissheit treten an die Stelle von Glauben und Hoffnung auf das "Danach".


  • Die häufig beschriebenen Nahtoderfahrungen von Patienten, die klinisch tot waren und wiederbelebt wurden, dienen vielen als Nachweis einer jenseitigen Welt. Bestimmte Elemente wiederholen sich bei den Schilderungen aller Patienten: Sie sprechen davon, ihren Körper zu verlassen und sich von außen zu sehen, fühlen sich leicht und schmerzfrei und gehen in einen Tunnel, an dessen Ende ein sehr helles Licht zu sehen ist. Die Mediziner haben für diese Erlebnisse inzwischen wissenschaftliche Erklärungen gefunden. Die gleichen "Visionen" können auch mit bestimmten Drogen hervorgerufen werden und basieren auf der Reizüberflutung im Gehirn und der Ausschüttung von Endorphinen.


  • Die Menschen kümmern sich um ihre Toten und sorgen dafür, dass sie ihre letzte Ruhe bekommen. Nicht nur aus hygienischen Gründen, sondern um Abschied von ihnen zu nehmen, sie zu ehren oder ihnen den Weg ins Jenseits zu ebnen. Am verbreitetsten ist es nach wie vor, den Leichnam zu begraben oder zu verbrennen. Im allgemeinen begleitet von Riten und Zeremonien, die sich aus Religion und Traditionen entwickelt haben. Die Feuerbestattung wird von den christlichen Kirchen zwar geduldet, sie befürworten aber nach wie vor die Erdbestattung. Dennoch ist die Einäscherung in Deutschland auf dem Vormarsch, vor allem aus Kostengründen.


  • Die Bestattungsprozedur wird an Bestattungsunternehmen delegiert. Sie nehmen uns die Arbeit ab, die wir nicht mehr machen wollen oder können. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich das Bestattungswesen durch. Der Tod, vorher eine Familienangelegenheit, wurde technisiert und zu einer standardisierten Dienstleistung.


  • Die Mumifizierung dient der "Haltbarmachung" des Leichnams. Bei den Ägypten wurde die Technik perfektioniert, da sie glaubten, der Tote braucht seinen intakten Körper, um im Totenreich weiterexistieren zu können. Im Grunde wird bei einer Mumifizierung der Körper ausgenommen, getrocknet und mit konservierenden Mitteln behandelt, also einbalsamiert. Übrig bleiben im wesentlichen Haut und Knochen.


  • Eine moderne Art der Konservierung ist die Plastination. Hier werden Körperwasser und -fett durch spezielle Kunststoffe ersetzt. Die Zellen bleiben so erhalten, wie sie vor ihrer Konservierung aussahen. Der Erfinder dieser Technik, der Medizinprofessor Gunter von Hagens, stellte mit den plastinierten Menschenkörpern die überaus erfolgreiche Ausstellung "Körperwelten" zusammen.


  • In den USA kann man sich komplett oder nur seinen Kopf in flüssigem Stickstoff tiefkühlen lassen. Die Menschen hoffen darauf, irgendwann in der Zukunft aufgetaut und wiederbelebt zu werden. Nach heutigem Stand der Technik ist dies illusorisch, da beim Gefrieren die Zellen zu stark geschädigt werden.


  • Überall auf der Welt gedenkt man der Toten - ganz persönlich oder auch an allgemeinen Feiertagen. Es ist eine Form, mit Tod und Trauer umzugehen und die Erinnerung an die Verstorbenen zu bewahren. Bei verstorbenen Würdenträgern geht es insbesondere um die Honorierung der überragenden Taten und Verdienste.


  • Jede Zeit findet ihre eigenen Formen, um mit der Trauer umzugehen. So auch das moderne Informationszeitalter. Seit etwa fünf Jahren muss man sich nicht mehr nur auf Grabstätte und Todesanzeige beschränken, sondern bekommt auch im Internet Trauerservice geboten. Virtuelle Friedhöfe bieten den Trauernden die Gelegenheit, eine weltweit zugängliche Gedenkstätte einzurichten, vom simplen Texteintrag bis zur multimedialen Erinnerungswebseite. Grabsteine mit Internetadressen oder eingebauten Bildschirmen sind da nur die logische Weiterentwicklung des Trends.

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