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Freitag, 10.02.2012
Abschied vom ewigen All
Vom "Steady-State" zur Expansion

CS 31082-001 weist besondere spektrale Eigenschaften auf, die eine Bestimmung des U-238 möglich gemacht haben. Das aufgefächerte Licht zeigt einen bisher ungekannten Reichtum an Linien der seltenen, schweren Elemente und in diesem Bereich kaum Überlagerungen durch andere, normalerweise zahlreich vorhandene Linien. Neben weiteren Besonderheiten hebt sich die lange gesuchte Uran-Linie verblüffend gut erkennbar im nahen Ultraviolett ab. Dennoch ist sie immer noch sehr schwach.

Kein Wunder, denn seit der Geburt von CS 31082-001 ist nur noch ein Achtel des ursprünglichen Urans vorhanden. Er zählt mit Sicherheit zu den ältesten stellaren Mitgliedern unseres Milchstraßensystems und stammt noch aus einer galaktischen Epoche, über die Astronomen kaum etwas wissen. Forscher und Gelehrte vergangener Jahrhunderte glaubten in der Regel an ein ewig bestehendes All.

 Supernovarest Cassiopeia A
Supernovarest Cassiopeia A
© NASA
Die allzeitige Gleichheit und Beständigkeit des Himmels, die Harmonie kosmischer Abläufe war geradezu ein Sinnbild und stand in krassem Gegensatz zum Chaos des irdischen Geschehens, mit all den verwirrenden Ereignissen, wie sie sich im Bereich diesseits der Mondbahn zutragen. Ein plötzlich auftauchender Komet sorgte im Mittelalter stets für Aufregung, er galt nicht zuletzt deshalb als Unglückszeichen, weil er die kosmische Ordnung störte. Ewige Gleichförmigkeit als kosmisches Prinzip schien auch für eine unbegrenzte zeitliche Erstreckung zu sprechen, sowohl in die Zukunft wie auch in die Vergangenheit.

Noch bis in unsere Tage wird die Steady-State-Theorie diskutiert, wenn auch als Außenseiter-Idee. Geht es nach ihr, dann gab es keinen Anfang, das Weltall war demnach immer so wie heute, es dehnt sich zwar aus, doch erschafft es neue Materie aus der Expansionsenergie, schafft sich somit ständig aus sich selbst heraus und bewahrt seine gegenwärtige Dichte sowie die übrigen Zustände.

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