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Freitag, 10.02.2012
Solartechnik und Niedrigenergiehäuser im Test
Ganzheitliche Betrachtungen in anderen Sparten

Solaranlage 
Solaranlage
© DOE
Ganzheitliche Betrachtungen haben die Wissenschaftler der RUB auch für Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung, für Photovoltaikanlagen, die Sonnenlicht direkt in Strom umwandeln, und für Niedrigenergiehaussiedlungen durchgeführt.

Bei Solarkollektoren hängen die energetischen Amortisationszeiten erheblich davon ab, ob nur Schwimmbadwasser im Sommer mit niedriger Temperatur erwärmt werden soll oder wärmeres Duschwasser, das über einen Speicher jederzeit zur Verfügung stehen soll. Auch sind die Kollektorkonstruktionen sehr unterschiedlich: Manche verwenden energieintensives Aluminium, manche nur Kunststoffe. Alles in Allem liegen die Amortisationszeiten aber unter einem Jahr.

Stromerzeugung mit Photovoltaik geschieht heutzutage weltweit überwiegend mit Siliziumsolarzellen. Sie müssen trotz großer Fortschritte energieintensiv hergestellt werden. So liegen die energetischen Amortisationszeiten bei bis zu vier Jahren – bei älteren Produktionsverfahren sogar noch darüber.

 Solarzelle
Solarzelle
© BMU / H.G. Oed
Da die Forscher ganzheitliche Betrachtungen primärenergetisch bewerten, hängt die errechnete Zahl sehr davon ab, in welchem Land der Produktionsprozess des Siliziums betrachtet wird, welche Energieträger dort zur Stromerzeugung eingesetzt werden, in welchem Land der Solarkollektor später eingesetzt wird und „welchen Strom“ er verdrängt – ein typisches Beispiel für die Notwendigkeit der erklärenden Kommentierung der Ergebnisse durch den Forscher: Der reine Wert der energetischen Amortisationszeit sagt nicht viel aus.

„Versteckte Energie“ bei Niedrigenergiehäusern
Niedrigenergiehäuser sind moderne Gebäude mit sehr hohem Wärmedämmstandard. Sie verbrauchen nur die Hälfte und weniger Energie zum Heizen als moderne Gebäude üblicher Bauart. Hier ist die ganzheitliche energetische Analyse dazu da, herauszufinden, wie viel Energie in Form von Baumaterialien als „versteckte Energie“ in das Gebäude geht.

Die Bilanz für die im Jahr 2000 gebaute Niedrigenergie-Solarhaussiedlung Gelsenkirchen ist überraschend: Von allen Energiemengen, die über 50 Jahre Betrachtung in die Siedlung fließen, sind immerhin 40 Prozent versteckte Energie in Form von Baumaterialien. Öl oder Gas zum Heizen macht die restlichen 60 Prozent aus. Der Wahl der Baumaterialien kommt somit eine wichtige Rolle zu.

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