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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Die Nutzung der Windenergie boomt in Deutschland. Mehr als 16.000 Windräder produzieren heute an Land Strom aus erneuerbaren Energien. Die Zukunft der Windenergie jedoch liegt auf dem Meer. Zurzeit sind zahlreiche Windpark-Projekte in Nord- und Ostsee geplant, die große Mengen an „grünem“ Strom produzieren sollen.


  • Da die Energiedichte des Windes sehr gering ist, müssen viele Windenergieanlagen gebaut werden und viel hochwertiges Material zum Einsatz kommen, um eine verhältnismäßig niedrige Energiemenge zu „ernten“.


  • Pro Kilowattstunde Strom aus Windkraft wird wesentlich mehr Energie investiert, als bei Kraftwerken, die Strom aus Kohle oder Öl produzieren. Daher wird immer wieder von Journalisten, Politikern oder Umweltschützern die Frage nach der Energieeffizienz der Windenergienutzung gestellt.


  • Um das Verhältnis zwischen erzeugter und benötigter Energie der Windenergieanlage aufzuklären, müssen Forscher den Aufwand an Energie und natürlich die damit verbundenen Emissionen an Luftschadstoffen und Klimagasen erst einmal genau bestimmen, und zwar über die gesamte Lebensdauer einer Windenergieanlage hinweg.


  • Diese Lebenszyklusanalyse beginnt bei der Herstellung des Materials für die Anlagen, verfolgt dann den Anlagenbau und die Nutzungsphase bis zum Abbau der Anlage und dem Recycling des eingesetzten Materials am Ende seiner Lebenszeit.


  • Dabei berücksichtigen die Forscher alle relevanten Energie- und Emissionsströme, die in und aus dem Fertigungsprozess und aus der Anlage heraus fließen, also zum Beispiel auch für Wartungsarbeiten und Ersatzteiltransporte.


  • Besonders wichtig ist es, die Energieaufwendungen für die Weiterverarbeitung von Grundstoffen oder Halbzeugen zum gewünschten Produkt zu berücksichtigen, beispielsweise von Stahl oder unbearbeiteten Gussteilen zu Getrieben.


  • Die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben für verschiedene Anlagentypen an Land und Off-shore ganzheitliche energetische Betrachtungen angestellt. Die Ergebnisse belegen, dass die Bilanz für alle Windenergieanlagen aus energetischer Sicht vernünftig ist.


  • Die energetische Amortisationszeit, die Zeit, die die Anlage in Betrieb sein muss, um ihren kumulativen Energieaufwand wieder „hereingespielt“ zu haben, liegt gerade mal zwischen gut drei und sechs Monaten.


  • Die Nachteile der Windenergie liegen anderswo: Der Strom aus Wind ist zurzeit mehr als doppelt so teuer wie Strom aus fossilen Brennstoffen, weswegen er nicht konkurrenzfähig ist. Außerdem sind Windenergieanlagen unzuverlässige Stromlieferanten, weil sie von der Windstärke abhängig sind.

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