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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Rund drei Millionen Tonnen Erdöl und 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas werden heute jährlich auf heimischem Terrain gefördert. Das entspricht knapp zwei beziehungsweise 20 Prozent des gesamten Bedarfs an diesen fossilen Brennstoffen in Deutschland.


  • Die meisten Erdöl- und Erdgasfelder sind in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu finden. Die vielleicht wichtigsten deutschen Lagerstätten befinden sich jedoch mehrere tausend Meter tief im Boden unter der Nordsee. Firmen-Konsortien beuten diese Reserven zurzeit im Bereich der Mittelplate oder im Gasfeld A6/B4 im so genannten „Entenschnabel“ aus.


  • Um die gewaltigen unterirdischen Speicher anzuzapfen - rund 100 Millionen Tonnen Erdöl lagern unter der ehemaligen Sandbank Mittelplate, 13,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas sind es im Erdgasfeld A6/B4 - werden modernste Techniken wie abgelenkte Bohrungen eingesetzt.


  • Dabei kämpfen sich die Bohrteams mit ihrem Gerät zunächst einige Hundert bis Tausend Meter tief vertikal in den Untergrund hinein, bevor man sich nach einem sanften Bogen horizontal dem Ziel nähert.


  • Während viele Erdölfelder mittlerweile fast vollständig ausgebeutet und weitere Funde unwahrscheinlich sind, hoffen Experten in Zukunft beim Erdgas noch auf einige spektakuläre Neuendeckungen auf heimischen Gebiet.


  • Unter anderem mithilfe der 3-Seismik oder aufwändigen Computersimulationen versuchen die Erdöl- und Erdgasfirmen neuen Lagerstätten auf die Spur zu kommen. Diese Methoden liefern zwar wichtige Indizien, ob sich an einer viel versprechenden Stelle tatsächlich Rohstoffe im Untergrund befinden, kann nur eine Probebohrung zeigen.


  • Die zurzeit bekannten Erdöl- und Erdgasreserven in Deutschland reichen nach Ansicht von Rohstoffexperten noch rund 20 Jahre – aber nur wenn das derzeitige Förderniveau nicht gesteigert wird.


  • Um die Versorgung mit Erdgas und Erdöl jederzeit zu sichern, werden in Deutschland größere Mengen dieser Rohstoffe in riesigen unterirdischen Speichern gelagert. Der größte natürliche Erdgas-“Supertank“ befindet sich beispielsweise in Niedersachen. Er fasst sagenhafte 4,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Menge reicht aus, um zwei Millionen Einfamilienhäuser ein Jahr lang komplett mit Gas zu versorgen.


  • Die Suche nach Erdöl und Erdgas hat in Deutschland bereits eine lange Tradition. Zunächst waren es die Teerkuhlen, die bereits vor 850 Jahren das Interesse der Menschen erregten.


  • Auch die erste Erdölbohrung der Welt fand vermutlich auf deutschem Boden statt. Nahe Wietze in Niedersachsen stieß Georg Christian Konrad Hunaeus, Professor an der Polytechnischen Schule in Hannover, im Jahr 1859 mit seinen Mitarbeitern in 35 Metern Tiefe auf größere Mengen an Erdöl.

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