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Freitag, 10.02.2012
Auf der Lauer am Loch Ness
Die Suche mit Über und Unterwasserkameras

In den Jahrzehnten nach dem großen "Nessie-Boom" der 1930er häufen sich die Berichte über Sichtungen ungewöhnlicher Objekte oder Tiere im Loch Ness. Mitte der 1950er Jahre sammelt eine am See ansässige Ärztin, Constance Whyte, diese Beobachtungen und veröffentlicht sie 1957 zusammen mit von den Augenzeugen angefertigten Skizzen unter dem Titel "More than a Legend". Das eher sachlich aufgemachte Buch wird prompt zum Bestseller und leitet eine neue Phase auch der wissenschaftlichen Erkundung des Phänomens "Nessie" ein.

Nessie oder WIndböe? 
Nessie oder WIndböe?
© Loch Ness Project/Shine
1960 unternehmen die angesehenen Universitäten Oxford und Cambridge gemeinsam eine erste von mehreren wissenschaftlichen Expeditionen zum Loch Ness. Die Forscher installieren Filmkameras rund um den See, die über einer Zeit von mehr als 200 Stunden 85 Prozent der Wasseroberfläche kontinuierlich beobachten. Alle 19 bei dieser Überwachungsaktion gemachten vermeintlichen "Sichtungen" stellen sich dabei später allerdings als Bootswellen oder startende Wasservögel heraus.

1962 wird das "Loch Ness Phenomenon Investigation Bureau", (LNI), auf Initiative des Antarktisforschers, Ex-Marineoffiziers und Abgeordneten David James gegründet. Mitglieder sind unter anderem die renommierten Naturforscher Sir Peter Scott und Richard Fitter. Während der nächsten zehn Jahre sammeln die Amateurforscher des LNI weitere Sichtungsberichte, schießen zwölf unscharfe Fotos und überwachen die Seeoberfläche mit Filmkameras. Ohne großen Erfolg. Auch die Versuche, Nessie mithilfe von Unterwasserkameras, -mikrophonen, und Sonarmessungen dingfest zu machen, scheitern kläglich. 1972 schließlich gibt das LNI auf - Nessie bleibt unauffindbar.

Fast zur gleichen Zeit macht sich Adrian Shine, ebenfalls ein engagierter Amateurforscher und Nessie-Enthusiast, gemeinsam mit der Academy of Applied Science auf die Suche nach dem geheimnisvollen Loch Ness-Bewohner. Beobachtungsreihen mit verankerten Unterwasserkameras resultieren in äußerst umstrittenen Bildern und sorgen zunächst für eine Sensation: Angeblich in mittlerer Wassertiefe aufgenommen, zeigen eines der Bilder einen Plesiosaurus-ähnlichen Umriss und ein anderes einen verschwommenen Kopf und Hals - so jedenfalls die Interpretation von Shine und seinen Mitarbeitern.

 versunkene Holzstämme
versunkene Holzstämme
© Loch Ness Project/Shine
Sehr schnell allerdings stellt sich heraus, dass die Unterwasserkameras bei der Aufnahme der Bilder keineswegs im freien Wasser schwammen, sondern auf den Seegrund abgesunken waren. Die "schwimmenden" Untiere sind nichts anderes als durch aufgewühlte Schwebstoffe verschleierte, ungewöhnlich verwachsene Holzstücke. Eines dieser Stücke, der "Gargoyle-Head" wird wenig später sogar geborgen und gleicht tatsächlich bis in die Details dem angeblichen Kopf- und Hals-Bild.

Ende der 1970er müssen Skeptiker wie Enthusiasten gleichermaßen eingestehen, dass Kameras offenbar nicht das geeignet Instrument sind, um das Nessie-Phänomen aufzuklären...

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