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Was ist Vulkanismus?
Definitionen und Begriffe

Der Begriff Vulkanismus wird in der Fachwelt dem Begriff Magmatismus zugeordnet. Magmatismus beschreibt alle geologischen Vorgänge, die mit der Bildung und dem Auftrieb von Magma zusammenhängen. Vulkanismus ist dabei die Sammelbezeichnung für alle Vorgänge und Erscheinungen, die mit der Förderung von Gesteinsschmelzen (Magmen) aus tieferen Bereichen der Erde an die Erdoberfläche oder in ihre unmittelbare Nähe zusammenhängen. Mit dem Auftrieb des Magmas bis zur Erdoberfläche kommt es zu vulkanischen Aktivitäten und damit zur Entstehung eines Vulkans.

Erreicht das Magma jedoch nicht die Erdoberfläche, sondern erstarrt innerhalb der Erdkruste, spricht man von Plutonismus. Unter diesen Begriff fallen alle magmatischen Vorgänge, die sich innerhalb der Erdkruste abspielen.

Die aus der Gesteinsschmelze erstarrten Gesteine nennt man Magmatite. Folglich gibt es Tiefengesteine, die durch Kristallisation von Magma innerhalb der Erdkruste entstehen (Plutonite) sowie Vulkanite, die an der Erdoberfläche erstarrte Magmen sind.

Die wichtigsten sichtbaren Erscheinungsformen des Vulkanismus sind die Vulkane. Die Verschiebung der Erdplatten ist dabei für die geographische Verteilung der Vulkane verantwortlich. Dort wo die Erdkruste in den Mantel überführt wird (Subduktion) oder Mantelgestein aufsteigt (aufsteigender Ast des Konvektionsstroms), tritt Vulkanismus in Erscheinung. Hat sich im Erdmantel erst einmal eine größere Schmelzmenge gebildet, so steigt diese auf, da das Magma eine geringere Dichte als das umgebene Mantelgestein hat. Die Austrittsstelle von festen, flüssigen und gasförmigen Förderstoffen an der Erdoberfläche wird Vulkan genannt. Es gibt heute auf der Erde 550 "tätige" Vulkane.

Im März dieses Jahres haben Forscher ein Projekt gestartet, um den Vorgängen beim Vulkanismus weiter auf die Spur zu kommen, denn noch längst ist nicht alles erforscht: Der größte Vulkan der Welt, der Mauna Kea auf Hawaii, wird sozusagen „angebohrt“. Diese wissenschaftlichen Bohrungen dienen der Untersuchung der Prozesse, die zur Bildung flüssigen Gesteinsmaterials im tiefen Erdmantel führen. Die Bohrung wird dabei bis in eine Tiefe von 4,5 Kilometern getrieben und soll über die Entstehung des größten Vulkans Auskunft geben. Die Hawaii-Inseln, die durch Hot-spot-Vulkanismus entstanden sind, liegen auf einem Mantel-Plume. Die Entstehung dieser Plume ist bisher wenig erforscht. Die Wissenschaftler dieses Projekts, das u.a. vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) betreut wird, vermuten, dass hier Gestein, das an einer völlig anderen Stelle und vor Hunderten Millionen Jahren durch Subduktion in den Erdmantel verschluckt wurde, durch den Vulkan wieder an die Erdoberfläche gefördert wird. Der Nachweis für einen solchen Prozess wäre eine geowissenschaftliche Sensation.

Ungefähr 80 Prozent der Erdoberfläche, Meeresböden und Festland inbegriffen, sind aus geschmolzenen Gestein entstanden, das aus den Tiefen des Erdinneren aufstieg. Wenn eine Schmelze die Oberfläche erreicht, kühlt sie ab, und erhärtet zu einem vulkanischen Gestein.

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