Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Wie Vulkane uns nützen können
Rohstoff- und Energielieferanten

Fruchtbarkeit vulkanischer Böden
Vulkanite liefern bei ihrer Verwitterung wegen ihres Phosphor- und Kaligehalts sehr nährstoffreiche Böden, auf denen besonders Fruchtbäume und Weinstöcke ausgezeichnet gedeihen. Daher sind die unteren Hänge der Vulkane in gemäßigten und tropischen Klimazonen meist dicht bevölkert. Nur wenige dieser Vulkane haben katastrophale Ausbrüche, die die Vulkan Pu´u O´o/Hawaiigesamte Kulturlandschaft auf Jahrzehnte vernichten würde. Die meisten Ausbrüche fördern nur mäßige Mengen von Aschen, die rasch verwittern und als mineralisches Düngemittel wirken. Das Risiko von Zerstörungen ist im allgemeinen klein im Vergleich zu dem reichen Ernteertrag der verschonten Gebiete des Vulkans.

Vulkanische Rohstoffe
In den südamerikanischen Anden und in Indonesien wird bspw. der Schwefel der solfatarisch tätigen Vulkane abgebaut. Seit dem Altertum werden aus den durch Fumarolengase in Kaolin umgewandelten Vulkaniten Porzellanerde und Alaun gewonnen. Die meisten Zinnober- und Antimon-Lagerstätten sind unter subvulkanischen Bedingungen aus magmatischen Restlösungen entstanden. Unter ähnlichen Bedingungen bildeten sich auch Goldlagerstätten, z. B. in Siebenbürgen und Japan. Magmatischen Ursprungs sind auch die meisten Erze von Kupfer, Blei, Zink, Uran, u. a.

Die Liste ließe sich noch beliebig fortführen: So verwendeten bereits die Ägypter und Römer Basalte, metamorphorisierte Rhyolithe und Andesite als Ornamentsteine und für Skulpturen.

Vulkanische Energie
 Geysir
Geysir
© USGS
Unter günstigen Umständen kann die vulkanische Wärme nutzbar gemacht werden (Geothermik). Sogenannte Naturdampfkraftwerke können große Mengen an Energie erzeugen. Der Dampf bricht mit Überschallgeschwindigkeit unter ohrenbetäubendem Lärm aus den Bohrlöchern hervor. Ein einziges Bohrloch kann bis 10.000 Kilowatt liefern, d. h. 80 Millionen Kilowatt im Jahr. Die aus Naturdampf (Geysire) gewonnene elektrische Energie ist drei- bis viermal billiger als die der Wasserkraftwerke, der thermoelektrischen Anlagen oder Kernreaktoren. Naturdampfkraftwerke stehen z. B. in Wairakey/Neuseeland oder in Kalifornien/USA, in Mexiko, Japan, Philippinen und Island.

In Vulkangebieten, wo Magma relativ nahe unter der Erdoberfläche liegt, steigt die Temperatur der Erde viel schneller an als üblich. Das Grundwasser in diesen Regionen wird erhitzt. In einigen Gebieten wird das heiße Grundwasser zur Heizung genutzt. Reykjavik/Island wird z. B. die "Stadt ohne Schornsteine" genannt; Hier ist nahezu jeder Haushalt an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Stadt liegt sozusagen auf einem Heißwasserboiler. In einer Tiefe zwischen 600 Meter und 2.800 Meter kann warmes Wasser oder Dampf gezapft werden. Die Temperatur liegt zwischen 79° und 131° Celsius.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Vulkanismus
Die brodelnde Gefahr
Was ist Vulkanismus?
Definitionen und Begriffe
Wie entsteht ein Vulkan?
Zuerst beginnt die Erde zu beben...
Die geographische Verteilung der Vulkane
Die globale Verteilung ist kein Zufall
Hot-spot-Vulkanismus
Die Hawaii-Inseln
Lava
Der heiße Strom
Von Bomben, Asche und Lavafetzen
Förderprodukte des Vulkans
Vom Schildvulkan zur Caldera
Die Vulkantypen
Auf allen Kontinenten und zu allen Zeiten...
Große Eruptionen im Überblick
Die gefährlichsten Berge der Welt
Die zerstörerische Kraft der Vulkane
Wie Vulkane uns nützen können
Rohstoff- und Energielieferanten
Vulkane sind unberechenbar...
Überwachung tätiger Vulkane
Glossar
Von Asthenosphäre bis Vulkanite...
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen