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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Schon seit mehr als 8.000 Jahren zählt der Tabak zu den Kulturpflanzen der Menschheit. Die Indianer in seiner Heimat Amerika nutzten die nikotinhaltige Pflanze zunächst vor allem für religiöse oder rituelle Zwecke genutzt. Erst um Christi Geburt entdeckten die Menschen den Tabak dort auch als Rausch- und Genußmittel.




  • Christoph Columbus brachte den Tabak von seiner legendären Amerikareise schließlich mit nach Europa. Von dort aus verbreitete er sich - trotz zwischenzeitlicher Anbau- und/oder Rauchverbote - schon bald über die ganze Welt.




  • Mehr als 100 Länder der Erde teilen heute als Anbauer den profitablen Tabakmarkt unter sich auf. Zusammen produzieren sie rund acht Millionen Tonnen an Rohmaterial jährlich.




  • Auch in Deutschland hat der Tabakanbau eine lange Tradition. Wichtige Zentren der Tabakindustrie in heimischen Gefilden sind Baden-Württemberg, die Pfalz und die Uckermark. Insgesamt 1.200 Betriebe ernten 11.000 Tonnen Rohmaterial in einem Jahr.




  • Aus dem Tabak werden weltweit Jahr für Jahr rund 5,5 Billionen Zigaretten produziert. Dazu kommen noch andere Tabakerzeugnisse wie Zigarren, Zigarillos oder Pfeifentabak.




  • Doch die Entwicklung der Zigarette zu Massenprodukt ist nicht ohne Folgen geblieben. So beklagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass mittlerweile jährlich fünf Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Tendenz stark steigend: 2020 könnten es nach UNO-Schätzungen bereits doppelt so viele sein.




  • Doch nicht nur das Rauchen macht den Wissenschaftlern sorgen, der Tabakanbau hat sich auch zu einem großen Umweltproblem entwickelt. Um Platz für neue Tabakfelder und -plantagen zu schaffen, werden beispiesweise Jahr für Jahr große Tropenwaldgebiete abgeholzt.




  • Die Umweltschutzorganisation "Rettet den Regenwald" hat ausgerechnet, dass für ein Kilogramm fertigen Tabak 160 Kilogramm Holz den Flammen und der Axt zum Opfer fallen.




  • In den letzten Jahren hat die Gentechnik den Tabak für sich entdeckt. Er spielt heute eine wichtige Rolle als Biofabrik und man hat bereits erfolgreich Antikörper gegen den Karies- oder Tollwuterreger in gentechnisch veränderten Tabakpflanzen produziert.




  • Tabak sorgt mithilfe der Gentechnik nicht nur für neue Medikamente, er wird auch selbst durch Erbgutmanipulationen für den Einsatz in der Landwirtschaft optimiert. So haben Wissenschaftler bereits trockentolerante und herbizidresistente Tabakpflanzen erzeugt.

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