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Freitag, 10.02.2012
Naturwelt, Tourismus, Armut...
Die Entwicklung zum Wirtschaftsmotor Ostafrikas

Kenia, ehemals britische Kolonie, erlangte Ende 1963 als letztes Land in Ostafrika die Unabhängigkeit. Dennoch wurde es zum Wirtschaftsmotor der Region. Das stetige Wirtschaftswachstum und die politische Stabilität machte es zum festen und wichtigen Partner vieler Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Zudem ist Nairobi zum Sitz vieler internationaler Einrichtungen und politischer Institutionen herangewachsen.

Nationalpark 
Nationalpark
© Anne Gnauk
Kenias Potential liegt in der Vielfalt der Landschaft sowie der Pflanzen - und Tierwelt. Die tropische Küste mit Mangrovensümpfen, der beeindruckende Ostafrikanische Graben, der das Land von Nord nach Süd durchzieht, das Hochland und das Hochgebirge mit dem über 5.200 Meter hohen Mt. Kenia, die Halbwüsten im Norden und der riesige Victoria-See im Westen bilden ein Kontrastprogramm der besonderen Art. Zudem verfügt Kenia über zahlreiche Nationalparks mit großem Wildtierbestand, die das Land für den Tourismus attraktiv machen. Mit dem Ausbau des Tourismus wurde dieser neben den Exportprodukten Kaffee und Tee frühzeitig zum wichtigsten Devisenbringer des Landes.

Das Wirtschaftswachstums Kenias hat jedoch nur wenig an der Armut der Bevölkerung geändert. Denn Kenias Bevölkerung wuchs lange Zeit in einem Ausmaß wie in kaum einen anderen Land der Welt. Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit lebten etwa acht Millionen Menschen in Kenia. Heute sind es knapp 31 Millionen, die Bevölkerung hat sich demnach in knapp 40 Jahren nahezu vervierfacht. So sehr Kinder in Kenia traditionell Reichtum und Prestige bedeuten, so problematisch ist diese Entwicklung für das Land. Denn das Bevölkerungswachstum lässt die Anbauflächen knapp werden, die für die immer noch vorherrschende Selbstversorgung so wichtig sind. Das Pro-Kopf-Einkommen ist dementsprechend niedrig. Gerade einmal 360 Dollar stehen einem Einwohner durchschnittlich pro Jahr zur Verfügung.

 Schulkinder
Schulkinder
© Anne Gnauk
Zudem ist die Kluft zwischen Reich und Arm groß. Es gibt wenige, die viel verdienen und dafür viele, die unter der Armutsgrenze leben. Fast die Hälfte der Kenianer muss pro Tag mit weniger als einem Dollar auskommen. Und davon muss nicht nur die Familie ernährt, sondern auch die Bildung der Kinder bezahlt werden. Und die ist für keniainische Verhältnisse teuer. Etwa 280 Mark kostet im Durchschnitt ein Jahr in der Grundschule. Für die höhere Schule muss fast das Dreifache bezahlt werden. Nur 24 Prozent aller Grundschulabgänger erhalten daher eine weiterführende Schulbildung und von dort schaffen es nur acht Prozent auf die Universität.

Solche Zahlen zeigen, dass Kenia von dem einmal anvisierten Ziel, in den nächsten Jahren als Schwellenland in den Listen der UNO aufzutauchen, weit entfernt ist. Die momentane Situation im Land spricht sogar eher für eine zunehmende Entfernung von dieser Zielsetzung.

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