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Freitag, 10.02.2012
Kraftpaket Alge
Was steckt in den Algen?

 Grünalge Ulothrix spec.
Grünalge Ulothrix spec.
© Ann Clemens / UTEX Culture Collection of Algae
Algen enthalten weit mehr als tausend organische Substanzen, die meisten davon in jeweils kleinen Anteilen - verglichen mit anderen Pflanzen jedoch immer noch hoch konzentriert.
Sie bestehen aus einer Komposition folgender Inhaltsstoffe:

Bis zu 70 Prozent hochwertiges Eiweiß mit dem kompletten Spektrum an essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren. Sie übertreffen sogar Fleisch, Milch und Eier im Proteingehalt.

Kohlenhydrate, insbesondere hochmolekulare und komplex zusammengesetze Polysaccharide (Zuckermoleküle).

  • Viele Ballaststoffe.


  • Vitamine wie Vitamin E, Vitamin C und die B Vitamine B1, B2, B3, B6 und B12 sowie Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A). Der Beta-Carotin-Gehalt ist zehnmal so hoch wie bei einer Karotte. Ihr Gehalt an Vitamin B12 ist zwei- bis dreifach höher als in der bisher als beste natürliche Quelle bekannten Rinderleber. Die Alge Ulva lactua hat zum Beispiel zehnmal mehr Vitamin C als eine Orange.


  • Fette und ungesättigte Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure sowie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.


  • Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Phosphor, Eisen, Magnesium, Zink, Chrom und Selen.


  • Pigmente wie Phycocyanin, Chlorophyll, Carotinoide und Xanthophylle.


  • Jod. Der Tagesbedarf von 180 bis 200 Mikrogramm kann mit Algen sehr schnell gedeckt werden. Ein Kilogramm Algen enthält zwischen fünf Mikrogramm und 3,8 Gramm Jod. Hier ist Vorsicht geboten: Zu viel Jod kann bei Menschen aus Jodmangelgebieten wie Deutschland zur Schilddrüsenüberfunktion führen, da die Schilddrüse darauf getrimmt ist, jedes Fitzelchen Jod zu verwerten. Schon eine Prise der Algen mit sehr hohem Jodgehalt deckt den Tagesbedarf. Wer mehr isst, riskiert einen Schilddrüsen-Schock.


Algen filtern unentwegt Nährstoffe aus ihrem Lebensmedium Wasser. Durch ihre äußerst hohe Speicherfähigkeit lagern sie dabei nicht nur wertvolle Inhaltsstoffe, sondern auch schädliche Umweltgifte wie zum Beispiel Schwermetalle ein.

Ganz erstaunlich ist die Produktivität der Alge. Wie keine andere Pflanze schafft sie es, Nährstoffe in kürzester Zeit in Biomasse umzusetzen. Sie beansprucht weniger Fläche zur Eiweißproduktion als jedes andere Lebewesen. Während Algen pro Hektar und Jahr etwa 50 Tonnen Eiweiß abwerfen, sind es beim Weizen nur 0,8 Tonnen und beim Rindfleisch sogar nur 0,16. Theoretisch sind Algen demnach die idealen Eiweißlieferanten für die Ernährung der Weltbevölkerung. Doch wird der Algenbratling das Rinderfilet tatsächlich eines Tages vom Speiseplan verdrängen?

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