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Freitag, 10.02.2012
Kleines Algen-Einmaleins
Was sind eigentlich Algen?

Euglena gracilis 
Euglena gracilis
© Ann Clemens / UTEX Culture Collection of Algae  Euglena gracilis
Die Algen gehören zu den ältesten pflanzlichen Organismen der Erde. Ihr Lebensraum ist das Wasser, nur selten sind sie an Land anzutreffen. Bei dem fälschlicherweise oft als Moos bezeichneten grünen Überzug an den Wetterseiten der Bäume handelt es sich zum Beispiel um Algen. Einige Arten leben an Land in Symbiose mit Pilzen und bilden die Gruppe der Flechten.

Alle Algen besitzen chlorophyllhaltige Plastiden, mit denen sie Photosynthese betreiben können. Neben dem Chlorophyll ("Blattgrün") enthalten sie noch andere Farbstoffe, die ihnen je nach Zusammensetzung verschiedene Färbungen verleihen, nach denen sie unterteilt sind: Grünalgen, Rotalgen, Braunalgen und Blaualgen. Die Blaualgen gehören dabei genau genommen nicht zu den Algen, sondern sind viel näher mit den Bakterien verwandt, weshalb sie auch als Cyanobakterien bezeichnet werden.

Besonders beeindruckend ist die Vielgestaltigkeit der Algen. Das Spektrum reicht von wenigen Mikrometern großen Einzellern bis hin zu mehreren Metern großen Makroalgen, den so genannten Tangen. Die winzigen Mikroalgen leben vorwiegend im Plankton der Gewässer, dass heißt frei schwebend ohne selbstständige Fortbewegung. Zum Plankton gehören einerseits kleine Tiere, das Zooplankton, und zum anderen die Algen, das Phytoplankton. Vermehren sich die Mikroalgen sehr stark, bekommt das Wasser eine grünliche Farbe, eine "Algenblüte" entsteht. Natürlich blühen Algen nicht wirklich, es handelt sich einfach nur um ein verstärktes Wachstum.

Die Tange bestehen aus vielzelligen Vegetationskörpern, die bis zu 70 Meter lang sein können. Sie ähneln den Geweben höherer Pflanzen und zeigen bereits eine Differenzierung, aber Spross, Wurzel und Blatt, die Grundorgane der Gefäßpflanzen, lassen sich nicht unterscheiden. Die Zellwände enthalten nur wenig oder gar keine Zellulose, die bei den Landpflanzen für die nötige Stabilität sorgen. Sie bilden vielmehr Polysaccharide, komplexe Zuckermoleküle, die sehr zugfest sind, aber die Algen ohne den Auftrieb des Wassers in sich zusammen sinken lassen.

Die wichtigsten Algengruppen im Überblick

Grünalgen (Chlorophyta):
- von mikroskopischen Dimensionen bis zu einem halben Meter (Armleuchteralgen);
- etwa 11.000 Arten, von denen nur zehn Prozent im Meer leben, der Rest im Süßwasser.

 Mastrocarpus stellatus
Mastrocarpus stellatus
© Michael D. Guiry / Seaweed Site
Rotalgen (Rhodophyta):
- Etwa 4000 meist im Meer vorkommende Arten;
- bilden Makroalgen bis 60 Zentimeter Länge;
- können Kalk ausscheiden.

Braunalgen (Phaeophyta):
- Etwa 1.500 Arten, besiedeln marine Kaltwassergebiete;
- von wenigen winzigen Planktonarten abgesehen bilden sie riesige Unterwasserwälder mit bis zu 70 Meter langen Exemplaren.

Kieselalgen (Diatomeen/Bacillariophyceae):
- Etwa 10.000 Arten;
- Einzeller, selten zu Bändern oder Fächern vereinigt;
- von einem Kieselsäurepanzer aus zwei ineinander greifenden Schalen umschlossen;
- wichtigste Planktonalge der Meere (ein Viertel der gesamten Sauerstoffproduktion!).

Augenflagellaten (Euglenophyta):
- Oft farblose Schlammbewohner, die gelöste Stoffe aufnehmen und keine Photosynthese betreiben;
- typisch ist der rot pigmentierte "Augenfleck" neben der Ansatzstelle der Geißel, einer Zellausstülpung, die zur Fortbewegung dient.

Dinoflagellaten (Pyrrhophyta/Dinophyta):
- Über 1.000 einzellige Arten;
- im Meer nach den Diatomeen zweitwichtigste Gruppe des Phytoplanktons.
- viele besitzen einen Panzer (Theka) aus zellulosehaltigen Platten.

Blaualgen (Cyanophyta, Cyanobakterien):
- Verwandschaftlich gehören sie zu den Bakterien, haben im Gegensatz zu den anderen Algen keinen Zellkern;
- viele Arten bilden Kolonien oder Fäden.
- einige Arten sind giftig.

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