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Massengut durch moderne Technik
Salzgewinnung heute

 Unterirdischer Salzabbau
Unterirdischer Salzabbau
© Verein Deutsche Salzindustrie
Die moderne, industrielle Salzgewinnung hat sich zu einem Hightech-Unternehmen entwickelt, das mit den primitiven Anfängen der Salzgewinnung nur wenig gemein hat. Noch immer jedoch wird Natriumchlorid sowohl bergmännisch in Form von Steinsalz, aus Sole oder direkt aus dem Meerwasser gewonnen.

Meeressalz
Im letzteren Falle ist das Kochsalz allerdings häufig eher ein - wenn auch begehrtes - Abfallprodukt der Meerwasserentsalzungsanlagen, die immer häufiger zur Süßwasserversorgung eingesetzt werden. In vielen trockenheißen Regionen der Erde gibt es zudem auch heute noch Salzgärten an Küsten und Salzseen. In ihnen verdunstet mithilfe der Sonne Meerwasser bis schließlich nur noch Salz in den Bassins übrigbleibt, das dann "geerntet" werden kann.

Steinsalz
Um an das Steinsalz zu gelangen, werden bei vielversprechende Lagerstätten meist zwei gewaltige senkrechte Schächte bis zu 1.000 Meter tief in die Erde getrieben. Sie dienen dazu, Mensch und Geräte in die Tiefe zu transportieren und im Gegenzug das abgebaute Salz ans Tageslicht zu bringen. Weit mehr als 1.000 Tonnen Salz gelangen dabei heute stündlich weitgehend ohne menschliches Zutun an die Erdoberfläche. Die Schächte sorgen aber auch für die Belüftung des Salzbergwerkes.

Stollen im Salzbergwerk 
Stollen im Salzbergwerk
© Verein Deutsche Salzindustrie
Zwischen diesen Verbindungen zur Oberwelt legen die Bergleute zum Teil kilometerlange Verbindungsstrecken an. Rechts und links von diesen Hauptstollen entstehen zahlreichen Abbaukammern, die am Ende viele Hundert Meter lang und bis zu 40 Meter hoch sein können. Die eigentliche Salzernte in diesem verzweigten unterirdischen Tunnelsystem erfolgt in der Regel durch Bohren und Sprengen.

Das so gewonnene Steinsalz wird mit riesigen Großgeräten wie Frontschaufelfahrladern, Hydraulikbaggern oder Muldenkippern abtransportiert. Manche dieser "Godzillas der Unterwelt" können 50 Tonnen Salzbruch auf einmal transportieren. Anschließend wird das Steinsalz zerkleinert und schließlich per Förderband zu den nach oben führenden Schächten gebracht.

Sole
 Bohrung in einer Steinsalzlagerstätte
Bohrung in einer Steinsalzlagerstätte
© Verein Deutsche Salzindustrie
Auch das Anzapfen von natürlichen Solereservoiren spielt bei der Kochsalzgewinnung heute noch immer eine Rolle. Allerdings ist dieses Salz-Wassergemisch meist zu dünnfür eine wirtschaftliche Siedesalzgewinnung und muss durch künstliche Salzzugabe erst Salinen-tauglich gemacht werden.

Heute wird deshalb Sole meist von der Erdoberfläche aus über angebohrte Steinsalzlagerstätten gewonnen. Dazu werden zwei Rohre mit unterschiedlichem Durchmesser ineinander gesteckt und bis zu 1.000 Meter tief in das Bohrloch eingepasst. Im Zwischenraum zwischen den beiden Rohren wird Süßwasser unter hohem Druck in die Tiefe gepumpt, wo es das Steinsalz auflöst. Die hochkonzentrierte Sole strömt danach im inneren Rohr wieder nach oben und steht zur Nutzung in den Salinen bereit. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von "kontrollierter Bohrlochsolung".

Wie lukrativ die Salzgewinnung in den modernen Salinen letztlich ist, hängt wie im Mittelalter vom Energieverbrauch und der Konzentration der Sole ab. Nachdem die künstliche Sole mittlerweile meist einen optimalen NaCl-Gehalt von 26,4 Prozent besitzt, gilt es beim Verdampfen möglichst wenig Energie zu verschwenden. Deshalb werden zum Sieden oft geschlossene Anlagen eingesetzt. Häufig sind dabei ganze Ketten von Verdampfern hintereinander geschaltet, in denen bei Temperaturen zwischen 50 und 150 °C Salz gewonnen wird.

Reinigung oder Verunreinigung?
Egal woher das Salz letztlich stammt, bevor es zur Verwendung in Industrie, Haushalten oder Gewerbetrieben gelangt, muss es erst noch aufbereitet und gesäubert werden. Damit das Salz am Ende auch schön aus dem Streuer rieselt, wird es jedoch anschließend wieder künstlich verunreinigt. Zusätze wie Carbonate, Hexacyanoferrat oder Kielsesäure sorgen dafür, dass das Salz nicht verklumpt und größere "Unfälle" auf das Frühstücksei gelangt.

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