• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 21.10.2018
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Spuckangriffe und Hautsekrete

Wie setzen Tiere ihre Gifte ein?

Speikobra

Speikobra

So verschieden wie die Gifttiere, so unterschiedlich sind auch die Verfahren und Strategien, um die tödlichen Waffen ins Ziel zu bringen. Speikobras beispielsweise brauchen für ihre Attacken nicht einmal in die unmittelbare Nähe des Opfers zu kommen. Zum Teil aus mehreren Metern Entfernung spucken sie ihr Gift einem unvorsichtigen Gegenüber mitten ins Gesicht.

Eine „Schrotladung“ direkt ins Auge


Wie Zoologen der Universität Bonn herausgefunden haben, zeigen die Kobras dabei eine enorme Zielgenauigkeit. Mindestens 80 Prozent aller Spuckangriffe treffen mindestens ein Auge des Kontrahenten. Die ätzenden Substanzen des Toxins sorgen für schwere Verbrennungen, es kann dabei sogar zur Erblindung kommen. Doch wieso gelingt den Kobras so häufig der Schuss ins Schwarze?

„In der Superzeitlupe kann man deutlich erkennen, dass die Schlangen ihren Kopf beim Abschuss des Toxins schnell bewegen“, erläutert der Bonner Wissenschaftler Guido Westhoff die Ergebnisse einer Hochgeschwindigkeits-Videokamera. „Ganz ähnlich wie wir es machen, wenn wir beim Blumengießen mit dem Schlauch das ganze Beet wässern wollen.“ Beim Abfeuern ihrer „Schrotladung“ wird das Gift mit so hohem Druck durch die winzigen Kanäle in den Giftzähnen gepumpt, dass dabei selbst größere Entfernungen zwischen Angreifer und Opfer keine unüberwindliche Hürde sind.

Die Reptilien immer dann ihr Gift auf diese Weise, wenn sie sich verteidigen müssen. „Kobras spucken nur, wenn sie sich bedroht fühlen, nicht, um Beute zu machen“, so Westhoff, „alles andere ist Legende.“ Ist die Schlange hungrig, lauert sie dem Objekt der Begierde auf und tötet es mit einem blitzschnellen Giftbiss.

Hautgifte, Strahlen und Stacheln


Andere Tiere wie die Pfeilgiftfrösche tragen ihre Toxine dagegen direkt auf der Haut und verderben so jedem Angreifer den Appetit. Einige Fische, darunter der Rotfeuerfisch im Indischen Ozean oder im Roten Meer, verfügen dagegen über Giftstrahlen. Beim Rotfeuerfisch sitzen sie auf den Flossen und sind mit Giftdrüsen ausgerüstet.

Für die toxische Wirkung des Rotfeuerfischs machen Forscher vor allem hitzeempfindliche Eiweiße in der injizierten Giftladung verantwortlich. Nach einem ähnlichen Prinzip arbeiten auch die „Stacheln“ in den Rückenflossen des Teufelsfisches Inimicus didactylus, der in den Gewässern Indonesiens lebt.

Giftstacheln nutzen auch die vielleicht bekanntesten Giftmischer unserer Breiten…

Stand: 18.03.2005
 
Printer IconShare Icon