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Freitag, 10.02.2012
Gift ist nicht gleich Gift
Woraus bestehen tierische Waffen?

Kaum ein Gift im Tierreich gleicht dem anderen. Zwar steht am Ende einer Giftattacke häufig der Tod des Opfers beispielsweise durch Atemlähmung oder Herzstillstand, doch welche Substanz letztlich dafür verantwortlich ist, und wie es zu dem Effekt kommt, ist bei vielen Giften selbst heute noch unklar.

Durch die systematische Analyse der Gifte und das anschließende konsequente Durchtesten der verschiedenen Bestandteile haben Forscher bei einigen Giften mittlerweile aber einen guten Überblick über die Art des Giftes oder ihre Wirkungsweise bekommen.

Muskelkrämpfe oder Lähmungen
 Seeschlange
Seeschlange
© Jeffrey Jeffords / Divegallery.com
Seeschlangen sind fast ausnahmslos giftig. Auch wenn sie eher scheu sind, attackieren sie doch in den tropischen Gewässern gelegentlich Taucher oder Schwimmer. Die Gebissenen klagen danach häufig über Übelkeit und Erbrechen, später versagt die Muskulatur und am Ende kann der Tod durch Atemlähmung stehen – es sei denn, es wird rechtzeitig ein Gegengift gespritzt.

Forscher wissen heute, dass vor allem ein bestimmter Bestandteil des Giftes, das Protein Neurotomin, für die Nervenlähmungen verantwortlich ist. Noch mehr haben Wissenschaftler über die Conotoxine der hochgiftigen Kegelschnecken Australiens oder das Tetrodotoxin der Igel- und Kugelfische oder Blauringkraken herausgefunden.

So greifen bestimmte Conotoxine beispielsweise direkt in die Informationsübertragung im Nervensystem ein. In den Neuronen blockieren sie wichtige Ionenkanäle, die für Signalübertragung wichtig sind, und verhindern so, dass beispielsweise Befehle des Gehirns zur ausführenden Muskulatur gelangen.

Igelfisch 
Igelfisch
© Jeffrey Jeffords / Divegallery.com
Andere Conotoxine „vereiteln“ in den Synapsen das Andocken des Botenstoffs Acetylcholin an die Bindungsstellen der Nachbarzelle. Die Nervensignale werden aus diesem Grund ebenfalls nicht von Nervenzelle zu Nervenzelle oder zum Muskel weitergegeben und enden quasi im „off“. Beide Phänomene führen bei Nervenbahnen, die beispielsweise anregend auf den Bizeps wirken, im Endeffekt dazu, dass sich der Muskel nicht zusammenzieht und schlaff bleibt.

Gifte, die bestimmte Ionenkanäle in aktivierenden Nerven dauerhaft offen halten, erzeugen dagegen den gegenteiligen Effekt. Der Muskel kontrahiert dauerhaft. Dies erklärt, warum kommt es bei manchen Giftopfern zur Lähmung der Atemmuskulatur bei anderen aber zu heftigen Muskelkrämpfen kommt.

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