• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 22.06.2018
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Gift ist nicht gleich Gift

Woraus bestehen tierische Waffen?

Kaum ein Gift im Tierreich gleicht dem anderen. Zwar steht am Ende einer Giftattacke häufig der Tod des Opfers beispielsweise durch Atemlähmung oder Herzstillstand, doch welche Substanz letztlich dafür verantwortlich ist, und wie es zu dem Effekt kommt, ist bei vielen Giften selbst heute noch unklar.

Durch die systematische Analyse der Gifte und das anschließende konsequente Durchtesten der verschiedenen Bestandteile haben Forscher bei einigen Giften mittlerweile aber einen guten Überblick über die Art des Giftes oder ihre Wirkungsweise bekommen.

Muskelkrämpfe oder Lähmungen


Seeschlangen sind fast ausnahmslos giftig. Auch wenn sie eher scheu sind, attackieren sie doch in den tropischen Gewässern gelegentlich Taucher oder Schwimmer. Die Gebissenen klagen danach häufig über Übelkeit und Erbrechen, später versagt die Muskulatur und am Ende kann der Tod durch Atemlähmung stehen – es sei denn, es wird rechtzeitig ein Gegengift gespritzt.

Forscher wissen heute, dass vor allem ein bestimmter Bestandteil des Giftes, das Protein Neurotomin, für die Nervenlähmungen verantwortlich ist. Noch mehr haben Wissenschaftler über die Conotoxine der hochgiftigen Kegelschnecken Australiens oder das Tetrodotoxin der Igel- und Kugelfische oder Blauringkraken herausgefunden.

So greifen bestimmte Conotoxine beispielsweise direkt in die Informationsübertragung im Nervensystem ein. In den Neuronen blockieren sie wichtige Ionenkanäle, die für Signalübertragung wichtig sind, und verhindern so, dass beispielsweise Befehle des Gehirns zur ausführenden Muskulatur gelangen.

Andere Conotoxine „vereiteln“ in den Synapsen das Andocken des Botenstoffs Acetylcholin an die Bindungsstellen der Nachbarzelle. Die Nervensignale werden aus diesem Grund ebenfalls nicht von Nervenzelle zu Nervenzelle oder zum Muskel weitergegeben und enden quasi im „off“. Beide Phänomene führen bei Nervenbahnen, die beispielsweise anregend auf den Bizeps wirken, im Endeffekt dazu, dass sich der Muskel nicht zusammenzieht und schlaff bleibt.

Gifte, die bestimmte Ionenkanäle in aktivierenden Nerven dauerhaft offen halten, erzeugen dagegen den gegenteiligen Effekt. Der Muskel kontrahiert dauerhaft. Dies erklärt, warum kommt es bei manchen Giftopfern zur Lähmung der Atemmuskulatur bei anderen aber zu heftigen Muskelkrämpfen kommt.

Stand: 18.03.2005
 
Printer IconShare Icon