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Freitag, 10.02.2012
Die Wüste lebt!
Wassermangel und extreme Temperaturen

Sandwüste 
Sandwüste
© IMSI MasterClips
Egal ob die Sahara im Norden Afrikas, Namib und Kalahari im Süden, die Atacama in Südamerika oder die Gobi in Zentralasien – fast alle großen Wüsten der Erde liegen beiderseits des Äquators in einem breiten Gürtel zwischen den gemäßigten Klimaregionen beispielsweise Mitteleuropas und den tropischen Savannen und Regenwäldern.

Doch was macht eine Wüste aus? Temperaturen bis zu 80 Grad Celsius? Eine glühende, gnadenlose Sonne und absoluter Wassermangel? Dazu extreme Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht?

Ja und nein. Wasser zum Beispiel ist in allen Wüsten der Erde wirklich Mangelware. Es gibt Orte in der Namib oder Atacama, an denen es nur alle zehn Jahre ein Mal regnet. Meistens verdunstet der Niederschlag hier noch in der Luft, lange bevor er den Erdboden erreicht.

Für die extreme Trockenheit dieser Wüsten sind kalte Auftriebsgebiete und Meeresströmungen an den Westküsten Südamerikas und Südafrikas verantwortlich. Das eisige Ozeanwasser sorgt dafür, dass sich die vom Meer her ins Landesinnere strömenden Luftmassen abkühlen und deshalb nicht mehr so viel Wasserdampf aufnehmen können.

Keine Wolken, kein Niederschlag
Über dem von der Sonne erhitzten Land erwärmt sich diese Luft und entzieht der Umgebung dadurch häufig den letzten Rest an Feuchtigkeit. Der in der Luft enthaltene Wasserdampf reicht aber nicht aus, um zu kondensieren und damit für Wolken oder gar Niederschläge zu sorgen.

Für alle Wüsten gilt: Die Luftfeuchtigkeit ist hier sehr gering. Sie liegt oft bei nur 20 Prozent. In den Zentren der Wüste kann sie sogar gegen Null tendieren. Umso höher jedoch ist aufgrund der fehlenden Bewölkung die Sonnenscheindauer. In der Libyschen Wüste scheint die Sonne circa 4.300 Stunden im Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland sind es nur etwa 1.700 Stunden.

Die sengende Sonne sorgt dafür, dass sich die Wüstenluft auf 40 bis 50° C aufheizen kann. Der Hitzerekord von 58° C wurde in Al'Azizyah in der Libyschen Wüste gemessen. In der Wüste kann es aber auch sehr kalt werden. Nachts sinken die Temperaturen bis nahe 0° C. Selbst Frost ist in der Wüste keine Seltenheit. Durch das starke Absinken der Luft bildet sich manchmal Tau, der in einigen Trockengebieten der einzige Feuchtigkeitsspender ist.

Überleben (un)möglich
In manchen Wüsten schwanken die Temperaturen auch je nach Jahreszeit immens. Die Takla-Makan und die Gobi in Asien beispielsweise dörren Sonne und Hitze nur im Sommer aus, im Winter dagegen werden sie von extremer Kälte und eisigen Winden heimgesucht. Diese Wüsten liegen so weit im Landesinneren, dass die ankommenden Winde zudem ihre gesamte vom Ozean stammende Feuchtigkeit bereits abgegeben haben, bevor sie das Innere des Kontinents erreichen.

Kein Wasser, Gluthitze oder eisige Kälte und die gnadenlose Sonne: Während der Mensch in der Wüste ohne entsprechende Ausrüstung den Klimaextremen nahezu chancenlos ausgeliefert ist, werden Käfer, Skorpione und Spinne, aber auch viele Reptilien, Vögel und Säugetiere mit diesen widrigen Umständen fertig.

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