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Donnerstag, 17.05.2012
Die Hinrichtung
Beharrend bis zum Ende

Nach der Urteilsverkündung wird Bruno in den Torre di Nona gebracht, dem Gefängnis gegenüber der Engelsburg. Der Tag der Verbrennung wird auf den 12. Februar gelegt, doch dieser Tag kommt und geht, ohne dass die Hinrichtung stattfindet. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.

Die Hinrichtungsstätte Campo dei Fiori heute 
Die Hinrichtungsstätte Campo dei Fiori heute
© Starobserver
Am Samstag, dem 19. Februar 1600 erscheint in den Avvisi di Roma, der römischen Zeitung, folgender Bericht: »Der abscheuliche Dominikanerbruder von Nola, über den wir schon früher berichtet haben, wurde am Donnerstagmorgen auf dem Campo dei Fiori bei lebendigem Leibe verbrannt. Er war ein ungemein halsstarriger Ketzer, der aus seiner eigenen Eingebung verschiedene Dogmen gegen unseren Glauben fabrizierte, besonders aber gegen die heilige Jungfrau und andere Heilige. Der Elende war so hartnäckig, dass er gewillt war, dafür zu sterben.«

Es gibt auch einen Augenzeugenbericht vom letzten Weg Brunos. Er stammt von Kaspar Schopp von der Bruderschaft des Heiligen Johannes, deren Aufgabe es war, einem Hinzurichtenden in seiner letzten Stunde nach Art der Kirche beizustehen. Auszüge aus seinem Bericht lesen sich so:

»Um sechs Uhr abends versammelten sich die Trostspender und der Kaplan in San Orsola und gingen hinüber zum Gefängnis im Turm von Nona. Dort betraten sie die Kapelle und sprachen die üblichen Gebete für den zum Tode verurteilten Giordano Bruno, einem verstockten Ketzer. Er wurde von unseren Brüdern in großer Liebe ermahnt.

Wir riefen zwei Patres der Dominikaner, zwei von den Jesuiten, zwei von der Neuen Kirche und zwei von der Kirche des Heiligen Hieronymus. Sie zeigten ihm mit großem Eifer und mit großer Belehrsamkeit seinen Irrtum. Er jedoch beharrte bis zum Ende auf seiner verdammten Widerspenstigkeit. (...) Er ließ in seiner Halsstarrigkeit auch nicht ab, als ihn die Gerichtsdiener zum Campo dei Fiori führten. Dort wurde er entkleidet, an einen Pfahl gebunden und bei lebendigem Leibe verbrannt.

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