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Freitag, 10.02.2012
Snowball Earth
In den Klauen der Kälte...

Eislandschaft 
Eislandschaft
© IMSI MasterClips
Vor 800 bis 600 Millionen Jahren brachen mehrere extreme Eiszeiten in relativ kurzer Zeit über die Erde herein. Damals wurden weltweit auf fast allen Landflächen Gletschersedimente abgelagert. Sogar Kontinente, die zu dem Zeitpunkt am Äquator lagen, zeigen Spuren dieser Vereisung.

Wissenschaftler wie Paul F. Hoffman und Daniel P. Schrag von der Harvard University vermuten, dass es während der bis zu zehn Millionen Jahre dauernden Kälte-Phasen zu einer vollständigen Vergletscherung der Erde kam - auch "snowball earth" genannt. Nur die aus dem geschmolzenen Kern aufsteigende Wärme verhinderte damals nach Auffassung von Hoffman und Schrag ein vollständiges Einfrieren der Ozeane bis auf den Meeresgrund.

Trotzdem kam es in diesen Zeiten, als die Erde wie ein kosmischer Schneeball durch das All flog, zu einem gewaltigen Massensterben unter den dort lebenden primitiven Organismen. Nur eine kleine Fraktion überlebte die Temperaturen von Minus 50 Grad Celsius und mehr. Wie aber konnte die Erde wieder aus diesem tiefen Kälteschlaf erwachen?

Für Hoffman und Schrag kein Problem: Des Rätsels Lösung lautet Kohlenstoffdioxid. Durch zahlreichen Vulkane inmitten der Eiswüste wurden große Mengen an CO2 in die Atmosphäre gepumpt. Mit der Zeit stieg die CO2-Konzentration dabei auf absolute Rekordwerte. Durch den damit verbundenen Treibhauseffekt erwärmte sich der Planet in wenigen hundert Jahren und die Eismassen begannen zu schmelzen. Nahezu alles Leben auf der Erde, das den Kälteschock überlebte hatte, starb nun den Hitzetod. Bis zu vier Mal, so vermuten Hoffman und Schrag soll dieses Szenario zwischen 750 und 580 Millionen Jahren vor heute abgelaufen sein.

Die Theorie von Hoffman und Schrag ist jedoch nicht unumstritten. Andere Forscher vertreten eine vollkommen gegensätzliche Hypothese. Ihrer Meinung nach kam es zur Ausbildung dieser Sedimente, weil die verschiedenen Kontinente im Rahmen der Plattentektonik nacheinander eine Zone der Erde passierten, in der extrem kalte Klimabedingungen herrschten.

Mitte letzten Jahres konnten nun zwei Wissenschaftler von der Penn State University, David Pollard und James Kasting, weitere Indizien für die Snowball-Earth-Theorie sammeln. Mithilfe der Klimasimulation "Genesis" gelang es ihnen nachzuweisen, dass die bereits bekannnte Vergletscherung der Landmassen in Äquatornähe nur dann möglich war, wenn Eis alle Weltmeere bedeckte.

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