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Freitag, 10.02.2012
IODP
Die nächste Phase der Tiefseebohrungen

"Das gegenwärtige Ocean Drilling Program stellt die am längsten bestehende und erfolgreichste internationale wissenschaftliche Anstrengung dar, die jemals unternommen wurde. Wir sind überzeugt, dass das neue IODP dieser Tradition folgen wird." - Mit diesen Worten nimmt Ted Moore, Professor für Meeresgeologie an der Universität von Michigan und Vorsitzender eines der Gremien, die das Nachfolgeprojekt des ODP, das Integrated Ocean Drilling Programm, planen, den Übergang zum IODP bereits vorweg.

Das IODP wird das im Jahr 2003 auslaufende ODP ablösen. Es verfolgt aber im wesentlichen die gleichen Ziele und soll die Arbeit des bisherigen Programms fortführen. Zu den wesentlichen IODP-Zielen gehören:

Aufnahme von Daten der Klimaveränderungen in der Erdgeschichte. Mit ihrer Hilfe wollen die Forscher die existierenden Modelle der globalen Umweltveränderungen verfeinern und den durch den Menschen verursachten Einfluss vor allem auf das Klima noch genauer als bisher ermitteln.

  • Untersuchungen der Lebenswelt im Meeresboden im Hinblick auf ihre Zusammensetzung, ihre räumliche Verteilung und Entwicklung.

  • Erforschung von Vorgängen in Erdbeben-Zonen durch direktes Anbohren von Verwerfungen; Einsatz von Messinstrumenten in den Bohrungen, die es erlauben, über lange Zeiträume hinweg chemische, physikalische und biologische Veränderungen im Meeresboden zu verfolgen.

  • Erbohrung von Proben aus bislang unerreichten Tiefen im Meeresboden und hoffentlich sogar aus dem die ozeanische Erdkruste unterlagernden Erdmantel.


Erreicht werden sollen diese Ziele unter anderem auch durch verbesserte Technik. Während das ODP mit nur einem Bohrschiff, der JOIDES Resolution, operiert, wird das IODP auf zwei Schiffe zurückgreifen können. Bisher konnte die JOIDES nur dort bohren, wo sich keine Öl- oder Gaslagerstätten befinden, da sie über keine Möglichkeiten verfügt, das Bohrloch bei unter hohem Druck austretendem Gas oder Öl wieder zu verschließen. Damit nun auch in solchen Zonen sicher gebohrt werden kann, stellt Japan ein so genanntes Riser-Bohrschiff zur Verfügung.

Als zweites IODP-Schiff dient ein von den USA bereitgestelltes Schiff, das wie das jetzt verwendete Bohrschiff JOIDES Resolution riser-los, aber insgesamt leistungsfähiger sein wird. Es soll auch in sehr flachem Wasser bohren können. In der wissenschaftlichen Planung wurde vorgeschlagen, zusätzliche Bohrplattformen einzubeziehen, beispielsweise für Bohrungen in geringen Wassertiefen und eisbedeckten Meeresgebieten. Mit den beiden Schiffen und verbesserten landgestützten Einrichtungen, wie Probenlagern und Laboren, werden den Forschern verbesserte Arbeitsmöglichkeiten geschaffen.

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