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Enorme Mengen natürlicher Gase sind in den marinen Sedimenten als Gashydrate gespeichert - eisartigen Verbindungen von kristallisierten Gasen, meist Methan, und Wasser. Sie bilden sich unter den typischen Bedingungen der Tiefsee, hohem Druck und niedrigen Temperaturen. Große Gashydratfelder sind rund um die Erde unter den Ozeanen verteilt, es wird geschätzt, dass sie mehr Energie enthalten könnten, wie alle fossilen Energiefoprmen zusammen.
 | | Gashydrat © ODP | In jüngster Zeit haben Forscher diesen bisher unangezapften Energiereserven verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt. Dies geschieht nicht nur, um zu erforschen, wie sich diese am besten ausbeuten lässt, sondern auch, weil die Gashydrate bei Erwärmung in Wasser und Methangas zerfallen. Bei diesem Prozess können große Mengen des Methans in die Atmosphäre gelangen und dort den Treibhauseffekt verstärken. Bisher ist über diese Energiequelle und ihre Lagerstätten allerdings nur sehr wenig bekannt. Man weiss weder wieviele Gashydratvorkommen es insgesamt auf der Welt gibt, noch, ob und wieviel freies Methangas sich unter den Gashydratfeldern angestaut hat.
Um hier mehr Klarheit zu schaffen, hat die JOIDES 1995 mehrere Bohrungen in einem Gashydratfeld vor der Küste von North Carolina durchgeführt. Ziel dieser Bohrfahrt war es vor allem, die Menge und Verteilung der Gashydrate systematisch zu untersuchen. Zum ersten Mal überhaupt wurde dabei ein vertikales Profil eines solchen Feldes aus Gashydraten, gelöstem Methan und freiem Methangas erstellt. Es zeigte, dass der Gashydratgehalt in den Gesteinsporen bis zu neun Prozent betragen kann, die Poren der darunterliegenden Zone dagegen bis zu zwölf Prozent Methangas enthalten.
Den ODP-Forschern gelang es zudem erstmals, mithilfe eines besonderen Druckbohrers, Proben von Gashydraten so an die Oberfläche zu bringen, dass sie den in ihrer normalen Umgebung herrschenden Druck- und Temperaturverhältnissen auch während der Bergung und Untersuchung der Probe weiterhin ausgesetzt blieben. Aus den Messungen schlossen die Wissenschaftler auf eine enorme Größe des unterseeischen Reservoirs - genug, um den gesamten Energiebedarf der Vereinigten Staaten für mehr als 100 Jahre zu decken.
Im Sommer 2002 sollen während des "Leg" 204 weitere Gashydratfelder vor der Küste Oregons untersucht werden. Die Forscher wollen dabei vor allem mehr über die Bildungsmechanismen der Gashydrate herausfinden und die Methoden zur Einschätzung der Ergiebigkeit der Felder verbessern.
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