• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 19.01.2018
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

...und die Lösung?

Konjunktion, Komet oder Supernova?

Erklärungsversuche gibt es mindestens ebenso viele, wie es Indizien gibt. Edmond Halley, der Entdecker des gleichnamigen Kometen, vermutete beispielsweise, dass der Stern von Bethlehem ein Komet gewesen sei.

Komet

Komet

Komet oder Supernova?


Aufzeichnungen von chinesischen Astronomen schienen das zu bestätigen, doch sie haben einen entscheidenden Schönheitsfehler: Der von ihnen erwähnte Komet wurde bereits im Jahr 12 vor unserer Zeit beobachtet - einige Jahre vor dem wahrscheinlichsten Geburtstermin.

Ein anderer Kandidat für die Rolle des "Weihnachtssterns" ist eine Supernova - die gleißend helle Explosion eines Sterns. Als der Astronom Johannes Kepler im Jahr 1604 eine Supernova beobachtete, sah er, dass sie alle Sterne am Himmel überstrahlte. Deshalb glaubte er, ein solches Ereignis könnte auch in der Zeit von Christi Geburt den Anstoß für den Stern von Bethlehem gegeben haben. Allerdings hat man bisher keine Hinweise darauf gefunden, dass zu der fraglichen Zeit eine solche Sternenexplosion tatsächlich stattgefunden hat.

Oder eine dreifache Konjunktion?


Die Mehrheit der Astronomen favorisiert jedoch eine andere Erklärung: eine Dreier-Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn, die im Jahr 7 vor Christus stattfand. Bei einer solchen Konjunktion kommen sich die beiden Planeten nicht nur einmal, sondern dreimal kurz hintereinander so nahe, dass sie für einen Beobachter zu einem hellen Lichtpunkt zu verschmelzen scheinen.

Der Himmel über Jerusalem am 12. November des Jahres 7 vor Christus: Jupiter und Saturn stehen in einer engen Konjunktion.

Eine solche "Dreierbegegnung" ist extrem selten. Sie ereignete sich zuletzt im Jahr 1981 und wird erst wieder im Jahr 2238 standen – dazwischen liegen immerhin knapp 250 Jahre. Dass die Babylonier den Lauf der Planeten aber genau genug kannten, um solche Konjunktionen vorausberechnen zu können, belegen in Mesopotamien ausgegrabene Keilschrifttafeln. Auf ihnen haben babylonische Astronomen die Sichtbarkeiten und Positionen von Jupiter und Saturn vorausberechnet.

Ein Planet für den König Israels?


Und noch etwas macht spricht für eine solche Konjunktion: Für die Babylonier war der Himmel ein Abbild und Omen irdischer Ereignisse. Und passenderweise stand in ihrem Weltbild der Jupiter für Marduk, den höchsten Gott Babyloniens, und der Saturn für Kajmanu, den König Israels. Was lag daher für die Babylonier näher, als in einer Konjunktion der beiden eine Aufforderung zu einem Besuch bei einem "neuen König Israels" zu sehen?

Ein scheinbares Zusammentreffen von Jupiter und Saturn am Nachthimmel als Stern von Bethlehem?

Ein scheinbares Zusammentreffen von Jupiter und Saturn am Nachthimmel als Stern von Bethlehem?

Allerdings gibt es auch hier Gegenargumente: Denn bei der Dreifach-Konjunktion kamen sich Jupiter und Saturn zwar nah, waren aber vermutlich trotzdem noch als zwei getrennte Objekte am Himmel zu sehen. Wenn sie aber nicht zu einem Lichtpunkt verschmolzen, stellt sich die Frage, warum in der Bibel nur von einem "Stern" die Rede ist. War das einfach künstlerische Freiheit des Evangelisten? Oder hat er sich die ganze Geschichte mitsamt Stern komplett ausgedacht? Eine eindeutige Antwort darauf gibt es bis heute nicht. Das Rätsel des Sterns von Bethlehem bleibt ungelöst.
Nadja Podbregar
Stand: 17.12.2014
 
Printer IconShare Icon