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Freitag, 10.02.2012
ETI - Sein oder nicht sein
Gibt es intelligentes Leben im All?

Extrasolarer Planet 
Extrasolarer Planet
© NASA/STScI
Mehr als die Hälfte aller US-Bürger hält einer Umfrage zufolge die generelle Existenz außerirdischer Intelligenzen für wahrscheinlich. Immerhin noch knapp die Hälfte glaubt sogar, dass Außerirdische schon einmal unseren Planeten besucht haben. Auch wenn sich mancher bei solchen Ergebnissen eher die Frage nach der Existenz irdischer Intelligenz stellen mag, wird daraus eines jedenfalls sehr deutlich: Offensichtlich ist "intelligentes Leben im All" für die breite Öffentlichkeit nicht nur ein Thema, sondern durchaus auch ein Bestandteil des allgemeinen Weltbildes.

Doch wie sieht es hier mit dem wissenschaftlichen Standpunkt aus? Hier scheiden sich wieder einmal die Geister. Einigkeit besteht immerhin weitestgehend darüber, dass die Erde vermutlich nicht der einzige belebte Planet im Universum ist. Dieser Ansicht ist auch Frank Drake, der Pionier der SETI-Forschung: "Ich bin mir sicher, dass Leben keineswegs eine seltene Erscheinung ist, sondern im Universum so natürlich wie die Bildung von Planeten und Sternen."

 Mögliche Relikte von Mikroben am Marsmeteoriten  ALH84001
Mögliche Relikte von Mikroben am Marsmeteoriten ALH84001
© NASA
Die Diskussion beginnt jedoch spätestens bei der Frage, wie weit sich dieses Leben entwickelt haben könnte. Während Mikroben auf Mars oder dem Jupitermond Europa durchaus mehrheitsfähig sind, trifft dies für die Frage nach komplexen oder gar intelligenten Lebensformen keineswegs zu: "Wenn es um die Evolution der Intelligenz geht, ist der Konsens, dass es keinen gibt", so kommentiert Seth Shostak, Astronom am SETI-Institut.

So erklärt beispielsweise Peter Ward, Professor für Geowissenschaften an der Universität von Washington in Seattle: "Meiner Ansicht nach ist Leben in Form von Mikroben oder ihren Äquivalenten im Universum sehr verbreitet, komplexes Leben allerdings - Tiere und höhere Pflanzen - ist wahrscheinlich weitaus seltener als gemeinhin angenommen."

Dem allerdings widerspricht unter anderem Christopher McKay, Planetenwissenschaftler am Ames Forschungsinstitut der NASA: "Ich würde die Vermutung wagen, dass die meisten, vielleicht sogar zwei Drittel, aller terrestrischen, belebten Planeten in irgendeinem Stadium ihrer Entwicklung auch komplexes Leben hervorbringen. Sicher eine optimistische Ansicht."

Wissenschaftliche Daten, die die eine oder andere These stützen oder widerlegen könnten, fehlen bislang. Forscher sind daher hier weitestgehend auf Vermutungen angewiesen und können allenfalls versuchen, aus dem bisherigen Wissen über die irdische Evolution und den Beobachtungen extrasolarer Planetensysteme Modelle für andere Welten zu konstruieren.

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