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Freitag, 10.02.2012
SETI-Kandidaten unter der Lupe
Die Wiederbeobachtungen im März 2003

"Ich gebe uns eine Chance von eins zu 10.000, dass einer unserer Kandidaten sich als echtes ETI-Signal entpuppt." - das erklärt der Physiker Dan Wertthimer von der Universität von Kalifornien in Berkeley Anfang März 2003, kurz bevor er und seine Kollegen nach Puerto Rico aufbrechen. Ihr Ziel: Das Radioteleskop von Arecibo, eines der Hauptstützpunkte der SETI-Forschung.

Arecibo-Radioteleskop 
Arecibo-Radioteleskop
© NAIC/NRAO  Arecibo-Radioteleskop
Im Gepäck haben die Astronomen und Astrophysiker eine Liste von 200 Radiosignalen - alles Kandidaten für ein mögliches Alien-Signal und daher die vordringlichsten Forschungsobjekte für die bevorstehende Beobachtungsrunde. Die Kriterien für die Aufnahme in den erlauchten Kreis der Kandidaten sind streng: Nicht nur stark muss das Radiosignal sein, es sollte auch mehrfach im Laufe der Zeit in der gleichen Himmelsregion und im gleichen Frequenzbereich registriert worden sein. Priorität hat zudem eine Radioquelle, die nahe eines Sterns mit bereits bekannten extrasolaren Planeten liegt.

Die Forscher wollen die knapp bemessene Beobachtungszeit, insgesamt sind es nur 24 Stunden, nutzen, um diese im Laufe von vier Jahren und aus mehr als fünf Miliarden Rohdatensätzen herausgefilterten Radiosignale erneut zu beobachten und genauer zu analysieren. Die Himmelsregion, aus der jede der ausgewählten Radioquellen kommt, wird dabei mithilfe des großen Hauptempfängers des Arecibo-Teleskops nicht nur einmal, sondern gleich fünfmal hintereinander abgetastet. Auf diese Weise entfallen - so die Planung - auf jeden Signalkandidaten immerhin rund 200 Sekunden Beobachtungszeit und dies mit einem erheblich sensibleren Empfänger.

Trotz eines Sonnensturms, der zwischenzeitig die Beobachtungen blockierte, kommen die SETI-Forscher am Ende ihrer Wiederbeobachtungsphase tatsächlich auf ihre vollen 24 Stunden. Immerhin 256 kosmische Ziele haben sie nochmals anvisiert, darunter 155 Kandidaten der SETI@home Liste, 35 sonnenähnliche Sterne und fünf extrasolare Planetensysteme. Ob allerdings eine Botschaft von ET dabei war, wissen sie noch nicht. Das wird sich erst zeigen, wenn die gesammelten Datenmengen im Laufe der nächsten Monate ausgewertet werden...

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