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Donnerstag, 09.02.2012
Mundraub als Überlebensstrategie
Von Skuas und Kermadecs

Eine besondere Variante von Angriffs-Mimikry hat sich bei den Skuas und den Kermadecs entwickelt. Skuas sind gefährliche Raummöwen, die an den Küsten des arktischen und gemäßigten Nordatlantiks leben. Sie benutzen eine ausgetüftelte Methode, um den viel kleineren Sturmvögeln in der Region ihre Mahlzeit abzuluchsen. Im Flug greifen sie Tiere an, die sich nach erfolgreicher Jagd mit ihrer Beute im Schnabel auf dem Rückweg zum Nachwuchs oder Nest befinden. Immer wieder attackieren die Skuas die Sturmvögel und geben erst dann Ruhe, wenn diese ihren Schnabel öffnen und ihre mühevoll erjagte Beute freigeben.

Raubmöwen 
Raubmöwen
© NOAA
Manchmal üben die Skuas sogar einen solchen Terror aus, dass hilflose Opfer bereits verspeiste Fische wieder auswürgen, nur um die Aggressoren möglichst schnell los zu werden. Die Skuas haben dann ihr Ziel erreicht und können, ohne viel Mühe investiert zu haben, ihren eigenen Hunger stillen - ein klarer Fall von Mundraub.

Mittlerweile wissen die Sturmvögel genau, dass sie gegen die Skuas keine Chance haben. Deshalb reicht es häufig schon aus, wenn ein Skua am Horizont drohend auftaucht, damit die Sturmvögel Reißaus nehmen und alles einschließlich ihrer Beute hinter sich zurücklassen.

Den Kermadecs dagegen ist es im Laufe der Evolution gelungen, die Flügelmuster der Skuas perfekt zu kopieren. Das hat für die Kermadecs gleich einen doppelten Vorteil. Zum einen bleiben sie damit von den Angriffen der Skuas, die in ihnen vermeintliche Artgenossen sehen verschont, zum anderen nutzen sie die Angst der anderen Sturmvogelarten vor den Skuas hemmungslos aus.

Mit den gleichen Flugmanövern wie die Skuas greifen sie andere Sturmvögel an und versuchen ihnen die Beute streitig zu machen. Eine Taktik, die anscheinend recht erfolgreich ist. Wie US-Forscher beobachteten, hatten die "Pseudo-Skuas" bei ihren Angriffen in mehr als 50 Prozent aller Fälle Erfolg.

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