Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Mittwoch, 08.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Noch vor 50 Jahren dachte man, dass es nur ein intelligentes Wesen auf der Erde gibt - den Menschen.


  • Tiere hielten auch Wissenschaftler für rein vom Instinkt regierte und getriebene Wesen – bis zu einem gewissen einfachen Grad lernfähig zwar – aber niemals zu intelligenten Handlungen oder gar zu Kultur fähig.


  • Darüber was Intelligenz eigentlich ist, streiten die Experten seit Jahrzehnten. Während manche Forscher beim Menschen von einem einzigen, besonderen Intelligenzfaktor ausgehen, sind sich die meisten anderen einig, dass Intelligenz aus einem Sammelsurium von Einzelfähigkeiten und Vorgängen entsteht.


  • Bei Tieren ist man bei der Suche nach Intelligenz fast ausschließlich auf Verhaltenstudien angewiesen. Für die Entscheidung darüber wie „schlau“ oder „dumm“ ein Tier ist, gibt es demnach keine wirklich objektiven Kriterien. Entsprechend uneinig sind sich Kognitionsforscher darüber, was bei Tieren als intelligentes Verhalten zu bezeichnen ist und was nicht.


  • Für einige stellt schon allein der Gebrauch von Werkzeugen ein Zeichen für tierische Cleverness dar. Andere Wissenschaftler fordern reflektiertes, vorausschauendes und planendes Handeln, Kultur, Lernen durch Beobachtung oder Nachahmung um bei Tieren von echter Klugheit sprechen zu können.


  • Wissenschaftler haben in den letzten Jahren bei den verschiedensten Tierarten erstaunliche Fähigkeiten entdeckt. Und dies nicht nur bei Menschenaffen oder Delfinen, die nach landläufiger Meinung ohnehin als „kluge“ Tiere galten, sondern auch bei Vögeln, Tintenfischen und anderen scheinbar „primitiven“ Gruppen.


  • Schimpansen werden von vielen Wissenschaftlern zu den intelligentesten Tieren gezählt. Sie benutzen Werkzeuge beispielsweise zum Termitenangeln, verfügen über eine eigene Kultur, haben eine Vorstellung von sich selbst und zeigen Emotionen wie Glück, Liebe, Aggressionen oder Depressionen.


  • Der Mythos vom klugen Delfin ist in den letzten Jahren ein bisschen verblasst. Zwar lernen Flipper & Co schnell die Zeichensprache oder akrobatische Kunststücke, so intelligent wie man aufgrund ihres großen Gehirns vermutete, sind sie jedoch nicht. Es gibt keine kognitiven Leistungen, die nicht schon in ähnlicher Form mit Tauben oder Ratten demonstriert worden wären.


  • Kraken gelten heute als die intelligentesten wirbellosen Tiere und werden deshalb selbst von Forschern die „Weisen der Meere“ genannt. Sie können mit einem Schraubdeckel verschlossene Marmeladengläser öffnen, um an Beute zu kommen oder betätigen sich als Baumeister und Architekten.


  • Die Tintenfische lernen aber auch durch Nachahmung und sollen sogar unterschiedliche Persönlichkeitstypen besitzen. Manche sind eher phlegmatisch, andere ängstlich oder aggressiv.


  • Auch bei Vögeln haben Wissenschaftler Merkmale von Intelligenz gefunden, die man früher allenfalls Säugetieren wie Affen oder Delfinen zugetraut hatte. Elster beispielsweise erkennen ihr eigenes Spiegelbild und Krähen haben anscheinend per vorausschauendem und planendem Verhalten eine clevere Strategie entwickelt um Nüsse zu knacken.


  • Hunde sind in der Lage durch „schnelles Zuordnen“ einen Zusammenhang zwischen einem unbekannten Objekt und dem dazu gehörigen Begriff herzustellen. und gibt damit dem „Ding“ einen Namen. Dieses Lernen per „fast mapping“ war bisher nur von Menschen(kindern) bekannt.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Zwischen Instinkt und Intelligenz
Wie klug sind Tiere?
Von Kühen und Äpfeln
Was ist Intelligenz?
"Ding" oder Genie?
Auf der Suche nach schlauen Tieren
Schimpansen angeln Termiten
Revolution in der Verhaltensforschung
Sind Affen intelligenter als andere Tiere?
Die Sonderstellung "bröckelt"
Meermenschen
Der Mythos vom klugen Delfin
Ein großes Hirn ist nicht genug...
Delfine weniger intelligent als gedacht
Die Weisen der Meere
Clevere Kraken
Auch Vögel können schlau sein
Selbsterkennen und vorausschauendes Handeln
Fast mapping
Wie Hunde dem "Ding" einen Namen geben
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen