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Sonntag, 21.03.2010
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Noch vor 50 Jahren dachte man, dass es nur ein intelligentes Wesen auf der Erde gibt - den Menschen.


  • Tiere hielten auch Wissenschaftler für rein vom Instinkt regierte und getriebene Wesen – bis zu einem gewissen einfachen Grad lernfähig zwar – aber niemals zu intelligenten Handlungen oder gar zu Kultur fähig.


  • Darüber was Intelligenz eigentlich ist, streiten die Experten seit Jahrzehnten. Während manche Forscher beim Menschen von einem einzigen, besonderen Intelligenzfaktor ausgehen, sind sich die meisten anderen einig, dass Intelligenz aus einem Sammelsurium von Einzelfähigkeiten und Vorgängen entsteht.


  • Bei Tieren ist man bei der Suche nach Intelligenz fast ausschließlich auf Verhaltenstudien angewiesen. Für die Entscheidung darüber wie „schlau“ oder „dumm“ ein Tier ist, gibt es demnach keine wirklich objektiven Kriterien. Entsprechend uneinig sind sich Kognitionsforscher darüber, was bei Tieren als intelligentes Verhalten zu bezeichnen ist und was nicht.


  • Für einige stellt schon allein der Gebrauch von Werkzeugen ein Zeichen für tierische Cleverness dar. Andere Wissenschaftler fordern reflektiertes, vorausschauendes und planendes Handeln, Kultur, Lernen durch Beobachtung oder Nachahmung um bei Tieren von echter Klugheit sprechen zu können.


  • Wissenschaftler haben in den letzten Jahren bei den verschiedensten Tierarten erstaunliche Fähigkeiten entdeckt. Und dies nicht nur bei Menschenaffen oder Delfinen, die nach landläufiger Meinung ohnehin als „kluge“ Tiere galten, sondern auch bei Vögeln, Tintenfischen und anderen scheinbar „primitiven“ Gruppen.


  • Schimpansen werden von vielen Wissenschaftlern zu den intelligentesten Tieren gezählt. Sie benutzen Werkzeuge beispielsweise zum Termitenangeln, verfügen über eine eigene Kultur, haben eine Vorstellung von sich selbst und zeigen Emotionen wie Glück, Liebe, Aggressionen oder Depressionen.


  • Der Mythos vom klugen Delfin ist in den letzten Jahren ein bisschen verblasst. Zwar lernen Flipper & Co schnell die Zeichensprache oder akrobatische Kunststücke, so intelligent wie man aufgrund ihres großen Gehirns vermutete, sind sie jedoch nicht. Es gibt keine kognitiven Leistungen, die nicht schon in ähnlicher Form mit Tauben oder Ratten demonstriert worden wären.


  • Kraken gelten heute als die intelligentesten wirbellosen Tiere und werden deshalb selbst von Forschern die „Weisen der Meere“ genannt. Sie können mit einem Schraubdeckel verschlossene Marmeladengläser öffnen, um an Beute zu kommen oder betätigen sich als Baumeister und Architekten.


  • Die Tintenfische lernen aber auch durch Nachahmung und sollen sogar unterschiedliche Persönlichkeitstypen besitzen. Manche sind eher phlegmatisch, andere ängstlich oder aggressiv.


  • Auch bei Vögeln haben Wissenschaftler Merkmale von Intelligenz gefunden, die man früher allenfalls Säugetieren wie Affen oder Delfinen zugetraut hatte. Elster beispielsweise erkennen ihr eigenes Spiegelbild und Krähen haben anscheinend per vorausschauendem und planendem Verhalten eine clevere Strategie entwickelt um Nüsse zu knacken.


  • Hunde sind in der Lage durch „schnelles Zuordnen“ einen Zusammenhang zwischen einem unbekannten Objekt und dem dazu gehörigen Begriff herzustellen. und gibt damit dem „Ding“ einen Namen. Dieses Lernen per „fast mapping“ war bisher nur von Menschen(kindern) bekannt.

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