Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Großteil dessen, was heute über die Rolle von Genen bei der Krebsentwicklung bekannt ist, wurde im Rahmen der Forschungen an Tumorviren entdeckt. Doch bis sich die Erkenntnis durchsetzte, dass es überhaupt krebserzeugende Viren gibt, mussten viele Widerstände überwunden werden.


  • Die ersten Tumorviren bei Tieren entdeckte Peyton Rous Anfang des 20. Jahrhunderts. Es sollte aber noch 50 Jahre dauern, bis dieser Zusammenhang von Wucherungen und Viren anerkannt wurde.


  • Einen ersten Einblick in den Mechanismus der Krebsauslösung durch Viren gewannen die Forscher Michael Bishop und Harold Varmus, die als erste die bereits zuvor formulierte Theorie von den Onkogenen erforschten und entscheidend verbesserten.


  • Onkogene sind Gene, die bei der Umwandlung einer normalen Zelle in eine Krebszelle als Auslöser oder beitragender Faktor wirken. Nach ihrer Entdeckung stellte sich vor allem die Frage nach ihrer Herkunft: Von Viren stammend oder rein zellulären Ursprungs?


  • Inzwischen weiß man, dass die meisten Onkogene aus zellulären Genen hervorgehen. Durch den Einfluss von Viren oder aber anderen karzinogenen Faktoren wie Strahlung oder Chemikalien verändern sie sich und damit den Stoffwechsel der Zelle.


  • Nachdem Tumorviren bei Tieren allgemein anerkannt waren, blieb die Frage nach dem Menschen: Ist auch menschlicher Krebs durch Viren ausgelöst? Inzwischen ist klar, das zumindest bei einigen Krebsformen wie dem Gebärmutterhalskrebs Viren eine entscheidende Rolle spielen. Doch die genauen Mechanismen sind bisher nur im Ansatz erforscht.


  • Auch andere Mikroorganismen können Tumoren auslösen. Barry Marshall und Robin Warren beweisen dies 1984 am Beispiel des Magenbakteriums Helicobacter pylori, das Magengeschwüre auslösen kann.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Viren und Krebs
Entdeckungsgeschichte einer „unmöglichen“ Beziehung
Ein Huhn macht den Anfang
Die Entdeckung der Krebsviren
DNA-Piraten
Die Suche nach dem Mechanismus – erster Teil
Tumorviren ohne Infektion?
Auf der Suche nach dem Krebsgen
Der Innere Feind
Das Geheimnis der Onkogene
Krebs durch Viren auch beim Menschen?
HTLV-1 und der erste Beweis
Der Modellfall
HPV und Gebärmutterhalskrebs
Ein kleiner Schluck für einen Forscher…
Helicobakter pylori und die Magenkrebs-Connection
Glossar
Begriffe rund um Viren, Krebs und Gene
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen